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Oslo : "Bompenge" für das Infrastrukturprogramm

  • -Aktualisiert am

Teures Oslo: Die City-Maut gehört zu den Lebenshaltungskosten Bild: Oslo Promotion/Nancy bundt

In Norwegen ist eine Straßenmaut nicht ungewöhnlich. Wer die mit großem Aufwand erbauten Tunnel und Brücken passieren will, muss schon seit geraumer Zeit eine Gebühr entrichten. Nach anfänglicher Ablehnung steigt auch für die City-Maut in Oslo die Akzeptanz.

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          In Norwegen gibt es schon lange bei Brücken und Tunneln eine Maut. In den achtziger Jahren begannen dann Diskussionen, ob man nicht die chronischen Verkehrsprobleme Oslos durch die Einführung einer Maut, „Bompenge“ genannt, beheben könnte.

          Die Konservativen regten an, ein staatliches Infrastrukturprogramm zu finanzieren, wenn gleichzeitig die Kommunen Oslo und Akershus eine Maut einführten und sich zu mehr als der Hälfte an dem Infrastrukturprogramm beteiligten. Ende der achtziger Jahre war politischer Konsens über das Programm („Oslopakke“) erreicht, das von den staatlichen Straßen- und Eisenbahnverwaltungen, den Ministerien sowie den Kommunen ausgearbeitet worden war, obwohl vor allem in Oslo die Bürger gegen die Maut waren. Zu Beginn des Jahres 1990 wurden 18 Mautstationen an den Zufahrtsstraßen eingerichtet.

          Zwei Drittel der Osloer für die Maut

          Zugleich wurde das Programm, zunächst der Ausbau eines Systems von oft untertunnelten Durchgangsstraßen und von Umgehungsringen, in Angriff genommen - durch Kredite, deren Zinszahlung und Tilgung über die Mauteinnahmen erfolgten. In drei Planphasen wurden zwischen 1990 und 2001 insgesamt 10,4 Milliarden Kronen in den Straßenausbau investiert. Die Mittel stammten zu 45 Prozent vom Staat. Schließlich wurde ein „Oslopakke 2“ für den Zeitraum von 2002 bis 2011 zu den gleichen Konditionen im Umfang von 15,6 Milliarden Kronen beschlossen.

          Die Auswertungen haben ergeben, dass der Straßenausbau nicht zusätzlichen Verkehr angezogen hat. Innerhalb des Rings der Mautstationen kam es zu einem leichten Rückgang von etwa drei Prozent. Es gab eine leichte Verkürzung der Fahrzeit der Pendler am Morgen, nachmittags blieben die Werte gleich. Die Luftverschmutzung stieg nicht an. Die Unfallzahlen gingen zurück. Mittlerweile sind etwa zwei Drittel der Bevölkerung von Oslo für die künftige Beibehaltung des Mautsystems unter der Voraussetzung, dass der Großteil der Mittel in den öffentlichen Transport geht.

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