https://www.faz.net/-gum-2rzi

Opfer : Handy-Telefonate der Opfer helfen Behörden

  • Aktualisiert am

Eingeschlossen oder entführt telefonierten einige Terror-Opfer noch mit der Außenwelt.

          1 Min.

          Etliche Opfer der Terroranschläge haben noch kurz vor der Katastrophe per Handy mit ihren Angehörigen gesprochen. Über einen erschütternden Anruf berichtet die kolumbianische Zeitung „El Tiempo“.

          „Wir sitzen in der 103. Etage fest, es gibt kein Entkommen, alles ist voller Rauch“, berichtete der Kolumbianer Wilder Gomez Piedrahita seinem Bruder in Calí. Dessen Bruder Walter rief den Kellner in einem Restaurant des World Trade Centers auf seinem Mobiltelefon an, nachdem er die Nachricht von dem Anschlag hörte. Dabei bekam er Niederschlagendes zu hören: „Die Rettungskräfte können uns nicht erreichen“, wiederholte Wilder Gomez immer wieder, bis das Gespräch abrupt abbrach. Kurz darauf stürzte das mehr als 400 Meter hohe Gebäude ein.

          Laut „El Tiempo“ arbeitete der 38-jährige Kellner normalerweise Nachtschicht, am Unglückstag hatte sein Chef ihn jedoch gebeten, ausnahmsweise bereits am Morgen anzufangen. Erst am Montag hatte Wilder Gomez seine Angehörigen in Kolumbien angerufen und verkündet, dass sein Arbeitsvertrag im WTC um ein halbes Jahr verlängert wurde.

          Die in den USA bekannte Juristin und CNN-Kommentatorin Barbara Olson war unter den Passagieren der American-Airlines-Maschine, die ins Pentagon stürzte. Noch kurz vor ihrem vermutlichen Tod hatte sie noch mit ihrem Ehemann telefoniert. Sie schilderte in zwei kurzen Gesprächen per Handy, dass Passagiere und Besatzung in den hinteren Teil des Flugzeuges getrieben worden seien. Die Frau sprach von mehr als einem Entführer. Sie sah als einzige Waffen nur Messer und Spezialmesser zum Schneiden von Pappe. „Was soll ich dem Piloten sagen, was er tun soll?“ fragte Barbara Olson verängstigt ihren Mann. Theodore Olson alarmierte das Justizministerium, aber die Warnung kam zu spät.

          Weitere Themen

          Opfer böser Machenschaften?

          Missbrauchsprozess in Köln : Opfer böser Machenschaften?

          Erstmals hat ein amtierender Bischof in einem Missbrauchsprozess gegen einen Priester ausgesagt: Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße war am Dienstag in Köln als Zeuge geladen – er war 2011 mit dem Verdachtsfall befasst gewesen.

          Topmeldungen

          Schlagfertig auch auf Englisch: Christian Lindner (rechts) trifft in Brüssel auf Christine Lagarde und Bruno Le Maire.

          Lindner bei EU-Treffen : Der freundliche Falke in Brüssel

          Bundesfinanzminister Christian Lindner absolviert seinen ersten Auftritt in Brüssel souverän. Seine Äußerungen zur Reform der EU-Haushaltsregeln bleiben aber nebulös.
          Schützt am meisten: Eine Mitarbeiterin im Berliner Humboldt-Forum bereitet Spritzen für die Impfung vor.

          Immunität durch Infektion : Omikron ersetzt die Impfung nicht

          Die aktuelle Omikron-Welle kann Delta zurückdrängen, manche hoffen auf einen Immunschutz. Wieso das jedoch in die Irre führen kann – und was für die Impfpflichtdebatte bedeutet.