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Schwimmen lernen : So klappt das mit dem Seepferdchen

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Ein weiterer wichtiger Aspekt sei das richtige Atmen. „Auch das lässt sich prima zu Hause üben. Unter Wasser ausatmen, über Wasser einatmen und das Ganze noch mit einem Rhythmus, damit ist schon ein wichtiger Aspekt für die Wassersicherheit und Schwimmfähigkeit gelernt“, erklärt Deeg. Die DLRG hält solche Übungen für sinnvoll und bietet selbst kleine Filme auf ihrer Facebook-Seite an. „Zu lernen, die Augen unter Wasser zu öffnen, ins Wasser ausatmen, das können und sollten Eltern mit ihren Kindern ruhig üben“, sagt Wiese.

Dass Eltern ihren Kindern selbst das Schwimmen beibringen, davon ist Wiese allerdings nicht überzeugt. „Aus meiner Sicht sind Eltern schlechte Lehrer. Kinder wollen mit ihren Eltern im Wasser spielen. Schwimmkurse und ausgebildete Schwimmtrainer sind der richtige Weg“, sagt Wiese. Aber wenn Familien ein Jahr auf einen Schwimmkurs warten müssen und Eltern es sich zutrauen und Spaß daran haben, sei natürlich nichts dagegen zu sagen.

Schwimmhilfen als Gefahr

Neben praktischen Übungselementen gibt es im Online-Schwimmkurs theoretisches Wissen, Aufgaben und Regeln für Eltern zum Thema Wassersicherheit. „Zum Beispiel wird gefragt: Wo trifft man auf Wasser? Welche Anforderungen stellen die Gewässer?“, erklärt Deeg. „Gibt es einen Teich im Garten der Großeltern oder einen Fluss in der Nähe der Wohnung?“

Regel Nummer 1 für Eltern: Kinder nie allein lassen! So einfach und wichtig und doch meistens die Ursache für Badeunfälle, weil die Eltern mit Smartphone oder Buch abgelenkt waren, das bestätigt auch Wiese. Eine weitere Regel: Verlasst euch nicht auf Schwimmhilfen! Auch Schwimmhilfen stellten oft eine Gefahr dar und vermittelten eine falsche Sicherheit, so Wiese. Da Eltern immer nah am Kind sein sollen, brauche man Schwimmsitze oder -flügel auch gar nicht. Eine weitere Elternregel: „Wenn ihr zu zweit mit Kind am Wasser unterwegs seid – stimmt euch ab! Schnell denkt man, das andere Elternteil passt schon auf – und dann schaut keiner“, sagt Deeg, die selbst schon solche Erfahrungen gemacht hat.

Auch ein paar Regeln für Kinder gibt es. Hier macht es laut Deeg Sinn, sich je nach Alter und Schwimmsituation zum Beispiel drei passende herauszusuchen und diese mit dem Kind zu üben und regelmäßig zu wiederholen, zum Beispiel auf dem Weg ins Schwimmbad. Zu den Regeln gehört unter anderem: Am Wasser nicht rennen!, Nicht ohne Vorbereitung ins Wasser springen! Und: Hilferufe nur im Ernstfall!

Seepferdchen im Online-Kurs

Schwimmen zu lernen erfordere grundsätzlich Zeit und sollte Spaß machen, so die dreifache Mutter, die alle Videos selbst gedreht hat. Auch ein paar Trockenübungen zu den richtigen Arm- und Beinbewegungen werden in den Lernvideos gezeigt. Um schwimmen zu lernen, müsse man regelmäßig üben und dranbleiben, so Deeg. „Wassergewöhnung macht ab drei Jahren Sinn, ein Schwimmkurs ab fünf Jahren“, sagt Wiese vom DLRG.

Im aktuellen „Swim at Home“-Kurs sind die Anleitungen sehr kompakt dargestellt, das werde im Kurs, der ab Spätsommer an den Start geht, ausführlicher besprochen, dann gibt es auch Übungseinheiten im Schwimmbad. Wegen der Corona-Krise konnten aktuell noch nicht alle Videos im Schwimmbad gedreht werden. Der Kurs werde dann aus sechs Modulen bestehen, die so ausgelegt seien, dass das Kind danach das Seepferdchen machen könne, so Deeg. Der Kurs werde etwa 120 Euro kosten. Wer jetzt denkt, dass das viel Geld für einen Online-Schwimmkurs sei, sollte laut Deeg bedenken, dass normale Schwimmkurse mehr kosten und dass Kinder meist mehr als einen Kurs benötigten, bis sie tatsächlich schwimmen können.

„Mit der Online-Schwimmschule möchte ich erreichen, dass alle eine bessere Zeit am Wasser haben, und Mut machen, dass Eltern oder auch Großeltern Kindern das Schwimmen beibringen können“, sagt Deeg. Als Experten hat sie einen Ex-Leistungsschwimmer und eine Sportwissenschaftlerin, die auch Sport- und Schwimmlehrerin ist, an ihrer Seite. So klappt das dann auch mit dem Seepferdchen.

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