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Oktoberfest : Wiesnkoffeinwurst

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Ruhe vor dem Sturm Bild: AP

Taurin, Koffein und Schweinefleisch: „Breaker“ heißt die neue Wurstkreation, die verhindern soll, daß irgendjemand die Wies'n verschläft, anstatt noch eine Maß zu bestellen.

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          Auf die Wurst ist das Münchner Oktoberfest gekommen, das an diesem Samstag beginnt. Ein Metzgermeister verpackt den Muntermacher Koffein zusammen mit Schweinefleisch in dünne Häute - auf daß niemand die Wiesn verschläft, sondern hellwach die nächste Maß bestellen kann. "Breaker" heißt auf gut bayerisch die Wurstkreation, bei der die Beigabe von Taurin für eine schnelle Aufnahme des Koffeins sorgen soll. Ein "Breaker" gebe den gleichen Schwung wie eine Tasse Espresso, sagt der Wurst-Couturier. Doch wer will schon einen Espresso zu einer Maß süffigen Wiesnbiers trinken? Auch wenn der alkoholische Genuß dieses Mal mit einem seltenen Erlebnis auf dem größten Volksfest der Welt gepaart ist: Für die Maß Bier muß der gleiche Euro-Betrag wie im vergangenen Jahr dem häuslichen Sparschwein entnommen werden - zwischen 6,30 und 6,80 Euro.

          Sonst gilt aber für die Wiesnbesucher: noch höher, noch weiter, noch tiefer. Etwa mit dem 66 Meter hohen "Power Tower 2" - dem höchsten transportablen Freifallturm der Welt. Der Kick, den die Abstürze mit ihm verheißen, dürfte dem Genuß gleich mehrerer Koffeinwürste entsprechen. Mehr als hundert Tonnen wiegt der Turm, der mit dreizehn Spezialfahrzeugen auf die Theresienwiese transportiert worden ist. Ein technisches Erlebnis der besonderen Art hatte einer der Wiesnwirte schon vor Beginn der Lustbarkeiten: durch einen Computerfehler waren die Plätze in seinem Zelt doppelt vergeben worden. Münchens Oberbürgermeister Ude bewies wieder einmal, daß er weiß, was Volkes Wille ist: Auf sein Geheiß durften weitere geschützte Sitzplätze geschaffen werden - durch Überdachung des Gartens vor dem Zelt. Ob Ude dieser rettende Gedanke nach dem Genuß einer Espresso-Wurst gekommen ist oder ganz ohne Doping, sollte sich nach dem feierlichen Anzapfen des ersten Fasses klären lassen. Und nach dem "O'zapft is!" darf in diesen wurstigen Wiesnzeiten auch verkündet werden: O'bissn is!

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