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Oklahoma : Senator will Kapuzenpullover verbieten

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Trayvon Martin hatte in der Nacht seines Todes einen Kapuzenpullover getragen. Deshalb sind auch viele Menschen, die dagegen protestiert haben, dass der Schütze nicht angeklagt wird, in diesem Kleidungsstück gekommen. Bild: Reuters

Oklahoma diskutiert über den jüngsten Gesetzesvorschlag seines Senators. Don Barrington möchte das Tragen von Kapuzenpullovern in der Öffentlichkeit unter Strafe stellen. Es geht ihm um die öffentliche Sicherheit.

          Der Senator von Oklahoma, Don Barrington, sorgt mit seinem jüngsten Gesetzesantrag für Furore. Demnach soll das Tragen von Kapuzenpullovern in der Öffentlichkeit verboten werden. Wie die „Washington Times berichtet, möchte Barrington erreichen, dass es den Bürgern untersagt wird, Kleidung zu tragen, die sie verdeckt oder tarnt. Das sei „dringend nötig, um den öffentlichen Frieden, die Gesundheit und Sicherheit“ aufrecht zu erhalten. Und dazu gehöre eben auch der Kapuzenpullover. Barrington knüpft damit an ein Gesetz von 1920 an, das das Tragen von Kapuzen verboten hatte. Anlass war damals der rassistische Ku-Klux-Clan.

          Bei den Forderungen des republikanischen Senators soll es allerdings Ausnahmen geben. Solche Ausnahmefälle sind laut Antrag die Verkleidung von Kindern an Halloween, die Teilnahme an Maskenbällen und ein Zusammenhang mit öffentlichen Paraden und Ausstellungen, die einen pädagogischen, religiösen oder historischen Charakter haben. Ebenso könne die religiöse Überzeugung, die eigene Sicherheit oder ein medizinischer Grund eine Ausnahme begründen. Auch wetterbedingter Schutz sei erlaubt. Darüber hinaus seien Theatergruppen, ein Zirkus, Sportgruppen oder andere Menschen, die in Verbindung mit Vergnügungs-Shows stehen, davon ausgenommen.

          Neben diesen Ausnahmefällen gibt es auch schon konkrete Vorstellungen über das Strafmaß bei Verstoß. So sollen nicht nur Geldstrafen bis zu 500 Dollar verhängt werden können, auch eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr soll möglich sein. Im Februar soll über den Vorschlag abgestimmt werden.

          Das Tragen von Kapuzenpullovern, sogenannten „Hoodies“, hat in Amerika besondere Brisanz im Fall des erschossenen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erhalten, dessen Todesschütze George Zimmermann nicht angeklagt wurde. Bei Demonstrationen gegen diese Gerichts-Entscheidung haben viele Teilnehmer einen Kapuzenpullover getragen – ebenso wie Martin in der Nacht seines Todes. Zimmermann hatte ausgesagt, dass ihm der Jugendliche unter anderem deshalb verdächtig vorkam, weil er die Kapuze seines Pullovers über den Kopf gezogen hatte.

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