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Ölpest im Golf von Mexiko : Teile des Ölteppichs abgefackelt

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Nach dem Untergang der Bohrinsel vor der amerikanischen Golfküste ist ein weiteres Leck entdeckt worden. Die Menge des entweichenden Öls ist fünfmal größer als bisher angenommen. Teile des Ölteppichs werden nun in Brand gesetzt.

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          Im Kampf gegen eine drohende Ölpest entlang der amerikanischen Golfküste hat die amerikanische Küstenwache Teile des Ölteppichs in Brand gesetzt. Mit „kleinen, kontrollierten“ Feuern solle die Ausbreitung gestoppt werden, teilte die Küstenwache mit. Jedes der Feuer sollte in etwa einer Stunde mehrere Hundert Liter Rohöl verbrennen. Zu sehen seien sie von der Küste aus nicht.

          Gleichzeitig teilte die Küstenwache mit, dass ein drittes Leck entdeckt worden ist, aus dem Öl ins Wasser austritt. Demnach wird nun geschätzt, dass pro Tag fast 666 Tonnen Rohöl ins Meer gelangen - fast fünf Mal so viel wie bisher angenommen. Konteradmiralin Mary Landry von der Küstenwache hatte bereits vor dieser neuen Hiobsbotschaft mitgeteilt, dass der Ölteppich auf dem Meer unter den derzeitigen Wetterbedingungen am Freitag die Küste von Louisiana erreichen werde.

          Das Abfackeln hatte sich am Mittwoch unter anderem wegen der Wetterbedingungen um mehrere Stunden verzögert. Zuvor war der Teppich in verschiedene Streifen unterteilt worden, um diese dann - jeweils abgetrennt durch ein flammenhemmendes Mittel - einzeln nacheinander in Brand zu stecken. Dabei wurde einkalkuliert, dass jedes Feuer etwa eine bis eineinhalb Stunden andauert. Die amerikanische Umweltbehörde EPA wollte die Maßnahme mit regelmäßigen Luftmessungen begleiten. Sobald die Werte das Sicherheitsmaß überstiegen, würde die Aktion abgebrochen, hieß es.

          Der erste Brand war „eine Art Test“ und dauerte daher nur 45 Minuten, sagte ein Sprecher der Küstenwache, Matthew Schofield, am Mittwochabend. Das Ergebnis werde zunächst geprüft und bewertet und danach über die nächsten Schritte entschieden.

          Ausgelöst wurde die Ölkatastrophe durch eine verunglückte Bohrinsel: Die von BP geleaste Plattform war am Donnerstag vergangener Woche nach einer Explosion gesunken. Seitdem strömt täglich Rohöl aus Lecks in 1500 Metern Tiefe ins Meer. Bis Mittwochabend (Ortszeit) war von 140 Tonnen ausgegangen worden, die jeden Tag aus zwei Lecks sprudeln - nach den jüngsten Erkenntnissen ist zumindest nun das Ausmaß viel größer. Versuche, die bisher bekannten zwei Lecks mit Hilfe von Unterwasser-Robotern zu schließen, blieben erfolglos, dauern aber an.

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