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Ölpest im Golf von Mexiko : BP scheitert an seiner Ölquelle

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Mit schwimmenden Barrieren soll der Ölteppich auf dem Meer eingegrenzt werden Bild: AP

Es ist ein Desaster für die Natur, für BP und für Präsident Obama: Die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko per Schlammbeschuss zu schließen, ist endgültig gescheitert. Die jetzt schon verheerendste Ölpest der amerikanischen Geschichte bleibt bis auf weiteres unbeherrschbar.

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          Fehlschlag im Kampf gegen die Ölpest, Schock für Amerika: Der Ölkonzern BP ist mit dem Versuch gescheitert, die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu schließen. Die „Top Kill“ genannte Operation, bei der tonnenweise Schlamm in das Bohrloch gepumpt wurde, habe den Ölfluss nicht stoppen können, sagte BP- Manager Doug Suttles am Samstag. Die Arbeiten mussten abgebrochen werden. Die Natur leidet weiter und der Druck auf den amerikanischen Präsidenten Barack Obama dürfte zunehmen.

          Endgültig verschlossen wird die Ölquelle nun wahrscheinlich frühestens im August. BP bohrt zurzeit neue Zugänge zur Quelle, rund vier Kilometer unter dem Meeresboden. „Wir sind damit halb fertig. Aber je weiter runter wir kommen, desto schwerer wird es.“

          Fast 300 Kilometer Küste sind betroffen

          Seit Beginn der Katastrophe vor fast sechs Wochen, als die Bohrinsel Deepwater Horizon explodierte und im Meer versank, sind Experten zufolge etwa 40.000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Jeden Tag kommen zwischen 1600 und 3400 Tonnen dazu. Schon jetzt ist es damit die größte Ölpest der amerikanischen Geschichte. Beim Unfall des Tankers „Exxon Valdez“ 1989 vor Alaska verdreckten „nur“ 35.000 Tonnen das Meer.

          Der Strand von Grand Isle, Louisiana ist wegen des angeschwemmten Öls geschlossen. Und wird es wohl länger bleiben

          Mindestens 270 Kilometer Küste und 13 Hektar Marschland sind verseucht, wie Mary Landry von der amerikanischen Küstenwache sagte. Fast 500 Vögel, mehr als 200 Schildkröten und 25 Meeressäuger starben.

          Neuer Versuch gestartet

          Die BP-Ingenieure hatten in den vergangenen Tagen dreimal mit hohem Druck fast fünf Millionen Liter Schlamm sowie Plastikwürfel, Golfbälle und verknotete Seile in das Bohrloch gepumpt. „Wir wissen nicht genau, warum es nicht geklappt hat“, so Suttles. BP-Chef Tony Hayward sagte dem Fernsehsender CNN, er sei sehr enttäuscht.

          Präsident Obama nannte die Situation „herzzerreißend“. Er habe gehofft, dass der Versuch ein Erfolg werde - „nun ist klar, dass es nicht funktioniert hat“. Er habe angewiesen, dass BP nun den Alternativplan starte, das Öl in einem Behälter über der Quelle aufzufangen. Das Unternehmen wollte umgehend damit beginnen. Dabei wird das bestehende Steigrohr zur Quelle abgesägt und ein Auffangbehälter darüber gestülpt. Von dort soll es zu einem Schiff an der Meeresoberfläche geleitet werden. Ob das klappt, soll in vier bis sieben Tagen feststehen. Ein ähnlicher Versuch war jedoch vor mehreren Wochen gescheitert, weil Eiskristalle die Leitung verstopften. Allerdings hatte BP eine größere, 13 Meter hohe Kuppel eingesetzt. Man habe das Verfahren verbessert, sagte Suttles jetzt.

          Hurrikan-Saison steht bevor

          Der Einsatz an den Küsten und auf dem Meer werde nun wichtiger denn je, sagte Mary Landry von der Küstenwache. Sie äußerte allerdings Sorge vor der nahenden Hurrikan-Saison. „Die Herausforderung ist das Wetter.“ In den vergangenen zwei Wochen konnte das Einsatzteam nur wegen der sehr guten Witterung außergewöhnlich viel Öl von der Meeresoberfläche abschöpfen und kontrollierte Brände vornehmen.

          Eine große Unbekannte ist für die Behörden zudem, was unter der Meeresoberfläche passiert. Wissenschaftler entdeckten dort erneut einen gewaltigen Schwaden aus Öl, diesmal 120 Kilometer nordwestlich von der Stelle, an der die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ vor mehr als fünf Wochen sank. Es ist bereits der dritte Fund dieser Art, aber der erste so weit weg vom Unglücksort, berichtete die „Washington Post“ am Samstag. Erst am Donnerstag berichteten Forscher der University of South Florida, östlich des Öl-Lecks einen kilometerlangen Schwaden tief unter Wasser entdeckt zu haben.

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