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Ölpest : BP verkauft Unternehmensteile

  • Aktualisiert am

BP-Tankstelle in Amerika: In Deutschland tritt der Konzern unter der Marke Aral auf Bild: REUTERS

Der angeschlagene britische BP-Konzern verkauft für sieben Milliarden Dollar Geschäftsteile an ein amerikanisches Unternehmen. Apache übernehme Öl- und Gas-Anlagen in Texas, Kanada und Ägypten, teilte BP mit. Der Erlös solle in den Entschädigungsfonds für die Opfer der Ölpest fließen.

          BP hatte bereits angekündigt, innerhalb von zwölf Monaten Anteile im Wert von bis zu 10 Milliarden Dollar zu verkaufen, um Kosten in Milliardenhöhe für Aufräumarbeiten und Klagen nach dem Untergang der Ölplattform im Golf von Mexiko zu stemmen. Die Washingtoner Regierung hat einen Fonds für die Opfer im Umfang von mindestens 20 Mrd. Dollar verlangt, den BP zur Hälfte durch Verkäufe finanzieren will.

          Das Geschäft mit Apache umfasst demnach
          - Öl- und Gas-Anlagen in den amerikanischen Bundesstaaten Texas und New Mexico im Wert von 3,1 Milliarden Dollar
          - das westkanadische Gasgeschäft im Wert von 3,25 Milliarden Dollar
          - Geschäftsteile in Ägypten zur Öl-Erkundung und -Förderung für 650 Millionen Dollar.


          BP habe damit einen ausgezeichneten Preis für Vermögenswerte erzielt, die für andere mehr wert seien als für BP, erklärte Konzernchef Tony Hayward. Der Konzern kündigte am Dienstag zudem an, Unternehmensteile im Wert von rund 1,7 Milliarden Dollar in Vietnam und Pakistan zum Verkauf zu stellen.

          Mehrere kleine Lecks in der Nähe des abgedichteten Bohrlochs

          Seit Donnerstag hindert eine Auffangvorrichtung über dem defekten Bohrloch das Öl im Golf von Mexiko daran, ins Meer zu strömen. Mehrere Aussickerungen haben aber immer wieder die Befürchtung aufkommen lassen, der Verschluss könne neue Lecks im Untergrund hervorrufen - und die Katastrophe noch verschlimmern.

          Ein neu entdecktes Ölleck in der Nähe des kürzlich abgedichteten Bohrlochs hat nach Angaben der amerikanischen Regierung aber nichts mit der Katastrophen-Quelle zu tun. Der Krisenmanager der Regierung, Thad Allen, sagte am Dienstagnachmittag (Ortszeit), in einem Radius von gut drei Kilometern befinde sich noch eine weitere Ölquelle, die aber außer Betrieb sei. Allen zufolge sind zudem fünf weitere Lecks in näherer Umgebung der Verschlusskappe. Sie seien aber sehr klein - „nicht unähnlich einem Ölleck, das Sie vielleicht in ihrem Auto haben“ - und ebenfalls kein Anzeichen dafür, dass die Quelle undicht ist.

          Die Erkenntnis, dass in der Nähe auslaufendes Öl aus einer anderen Quelle stammt, dürfte für Erleichterung sorgen. Sie macht aber auf ein anderes Problem aufmerksam: Eine Untersuchung der Nachrichtenagentur AP hat ergeben, dass die rund 27.000 aufgelassenen Quellen im Golf bisher nicht auf Lecks überprüft werden.

          Anzeichen für Rücktritt von BP-Chef Hayward

          Derweil mehren sich die Anzeichen für einen Rücktritt des BP-Chefs Tony Hayward mehren sich. Die britische „Times“ berichtete am Mittwoch, Hayward werde sein Ausscheiden wahrscheinlich Ende August oder im September ankündigen. Ein neuer Mann an der Spitze müsse das geschwächte Unternehmen vor einer feindlichen Übernahme - etwa durch die Rivalen Exxon oder Shell - bewahren, sagten dem Unternehmen nahestehende Personen der Zeitung. Der Ölmulti wies den Bericht allerdings umgehend zurück und erklärte, Hayward habe die volle Unterstützung des Verwaltungsrates und werde im Amt bleiben.

          Über einen Rücktritt Haywards wird schon seit geraumer Zeit spekuliert. Börsianer machen sein Missgeschick mitverantwortlich für die unnachgiebige Haltung der amerikanischen Regierung, die Schadenersatz in Milliardenhöhe fordert und selbst wegen des Desasters unter Druck steht. Als Favorit für die Nachfolge gilt Robert Dudley, der schon die BP-Sicherungsarbeiten im Golf von Mexiko von Hayward übernommen hat.

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