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Ölkatastrophe : BP löst Hayward als Krisenmanager ab

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Der BP-Aufsichtsratvorsitzende Carl-Henrich Svanberg bei einer Erklärung am 16. Juni mit Tony Hayward Bild: REUTERS

Der scharf in die Kritik geratene BP-Chef Tony Hayward ist nicht länger Krisenmanager im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko. Carl-Henric Svanberg, Aufsichtsratsvorsitzender des Mineralölkonzerns, stellte im Fernsehsender Sky News den Nachfolger vor.

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          Tony Hayward, dem Vorstandvorsitzenden von British Petroleum (BP), wird das Krisenmanagement in der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko entzogen. Dies kündigte Verwaltungsratsvorsitzender Carl-Henric Svanberg in einem Fernsehinterview am Freitag an. Die Arbeiten in der Region sollen laut Svanberg ab sofort von Bob Dudley überwacht werden.

          Der 55 Jahre alte Amerikaner ist ein erfahrener Krisenmanager des britischen Konzerns. Er stand über fünf Jahre an der Spitze des britisch-russischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP und schlichtete in dieser Zeit einen Machtkampf, der zwischen den russischen Anteilseignern und dem Mutterkonzern aus London entbrannte.

          Kreditwürdigkeit von BP gerät unter Druck

          Seit seinem erfolgreichen Einsatz in Moskau, ist Dudley als Managing Director in Nordamerika tätig. Im Zuge der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko, die der Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April auslöste, rückte Dudley - hinter Hayward - als wichtigster Krisenhelfer des Konzerns auf und gilt intern als idealer Kandidat für den Chefsessel von BP.

          Hayward steht seit der Explosion der Ölplattform wegen unbedachter Äußerungen zur Schuldfrage von BP in der Schusslinie der amerikanischen Öffentlichkeit. Er wurde zudem vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama wegen seines zögerlichen Krisenmanagements heftig kritisiert. Auf einer Anhörung vor dem amerikanischen Kongress am Donnerstag legten ihm mehrere Abgeordnete den Rücktritt nahe. Hayward ließ bei diesem Auftritt viele Fragen zu technischen Details des Bohrprojektes unbeantwortet und sagte, er sei in wichtige Entscheidungen nicht eingebunden.

          In Großbritannien wachsen indessen die Befürchtungen, dass der Mineralölkonzern trotz der Beteiligung auch anderer Unternehmen an dem Projekt „Deepwater Horizon“ allein zur Rechenschaft gezogen wird. Angesichts der finanziellen Folgen gerät die Kreditwürdigkeit von BP bei führenden Ratingagenturen kräftig unter Druck. Am Freitag stufte Moody's das Rating um drei Stufen auf „A2“ herab. Zuvor hatte Standard & Poor's den Daumen gesenkt. Während BP der amerikanischen Regierung die Bildung eines Fonds für Schadensersatzzahlungen von 20 Milliarden Dollar zugesagt hat, seine Jahresdividende von 7,5 Milliarden Dollar aussetzt und sich von Randgeschäften in Höhe von 10 Milliarden Dollar trennen will, scheinen die anderen beteiligten Gesellschaften bisher ungeschoren davonzukommen.

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