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Golf von Mexiko : Mit Unterwasserrobotern gegen Ölpest

  • Aktualisiert am

Austretendes Öl an der Unglücksstelle Bild: AP

Der Ölkonzern BP versucht mit Unterwasserrobotern und Entlastungsbohrungen, die Ölaustritt nach dem Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zu unterbinden. Der Erfolg ist ungewiss.

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          Nach der Explosion und dem Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko laufen die Bemühungen auf Hochtouren, eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Mit Hilfe eines Unterwasser-Roboters versuchten Experten, den Austritt von Rohöl in 1.500 Metern Tiefe zu stoppen. Auf Satellitenaufnahmen war zu sehen, dass sich der Ölteppich innerhalb eines Tages um die Hälfte auf mehr als 1500 Quadratkilometer vergrößert hatte.

          Mit Hilfe von Unterwasserrobotern wurde laut dem für Bohrungen zuständigen BP-Chef Doug Suttles am Montag zunächst versucht, das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe mit einer Spezialvorrichtung zu verschließen. „Wir haben die weltbesten Experten, die sich darum kümmern“, sagte Suttles. Falls der überhaupt erste Versuch dieser Art fehlschlage, könne es bis zu drei Monate dauern, den Ölfluss zu stoppen.

          „Einen Korken in eine Champagnerflasche stecken“

          BP setzt insgesamt vier Unterwasserroboter ein, um den Einsatz zu steuern. Die Roboter funktionieren wie eine einfache Version von U-Booten. Bereits am Wochenende hatte der Ingenieur Richard Metcalf erklärt: „Im Prinzip versuchen sie, einen Korken in eine Champagnerflasche zu stecken“.

          Außerdem bereitet das Unternehmen Entlastungsbohrungen in der Umgebung vor, um den Druck an der beschädigten Bohranlage zu reduzieren. Das Einbringen dieser Entlastungsbohrungen wird sich über Monate hinziehen.

          Etwa 160.000 Liter pro Tag

          Nach Angaben der amerikanischen Küstenwache dürfte der Ölteppich aufgrund der Wetterverhältnisse die nächsten Tage rund 50 Kilometer vor der Küste bleiben. Aus dem Bohrloch der am Donnerstag gesunkenen Plattform tritt seit Samstag Öl aus. Etwa tausend Barrel pro Tag (rund 159.000 Liter) liefen aus, sagte eine Sprecherin der Küstenwache. Sie sprach von einem „ernstzunehmenden Ölteppich“, der aber in weiten Teilen nur dünn sein soll. In den nächsten drei Tagen drohe der Küste noch keine Gefahr, sagte ein Vertreter der amerikanischen Meeresbehörde.

          Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ gehört dem weltgrößten Betreiber von Bohrprojekten auf See, Transocean Ltd . Sie war im Auftrag von BP im Einsatz. Nach einer Explosion war die Bohrinsel in Brand geraten und später rund 70 Kilometer vor der Küste des amerikanischen Bundesstaates Louisiana gesunken. Die meisten der 126 Beschäftigten konnten sich in Sicherheit bringen. Elf Personen werden vermisst, die Suche nach ihnen ist inzwischen eingestellt.

          Ein Ökosystem ist bedroht

          Die Ölpest bedroht die Küsten der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi. Dort befindet sich ein Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken.

          Umweltschützer warnten vor der größten Ölkatastrophe seit dem Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989. Damals hatten rund 50.000 Tonnen Öl die Küste im Süden Alaskas auf einer Länge von fast 2000 Kilometern verseucht. Es war die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

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