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Folgen der Ölpest : Teures Erdöl

  • -Aktualisiert am

Das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzusehen Bild: AFP

Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ verändert die Kalkulation der Konzerne. In den vergangenen Jahren haben BP und Co. neue Explorationsprojekte auf der ganzen Welt verkündet. Sie stimulierten damit die Börsenwerte. Jetzt muss neu gerechnet werden.

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          Unmengen von Erdöl lagern noch immer in der Erde, sie müssen nur gefördert werden. Darauf weisen die Ölkonzerne gerne hin. Die Regierungen geben ihnen Bohrlizenzen. Sie versprechen sich energiepolitische Unabhängigkeit und für ihre Wähler die Fortsetzung des mobilen Lebensstils. Die naheliegenden Erdölvorkommen sind allerdings schon längst erschlossen. Die neuen Quellen sind nicht so leicht zu erreichen. Sie liegen unter Permafrostböden, dicken Eisschichten oder tief im Meeresgrund. Dass das die Förderung verteuert, leuchtet ein. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor der amerikanischen Küste zeigt nun, wie gefährlich solche Bohrungen für Mensch und Umwelt sind. Seit Tagen sprudelt Öl unkontrolliert aus 1500 Meter Tiefe an die Meeresoberfläche. Bisher konnten die Leckagen nicht verschlossen werden. So etwas hat es noch nicht gegeben. Die Schäden dürften größer werden als beim bisher größten Tankerunglück, der Havarie der „Exxon Valdez“ in Alaska.

          BP ist einige Milliarden Dollar weniger wert

          Die durch die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ verursachte Katastrophe verändert nun auch die Kalkulation der Konzerne: In den vergangenen Jahren haben BP und Co. neue Explorationsprojekte auf der ganzen Welt, vor allem in der Tiefsee, verkündet. Sie stimulierten damit die Börsenwerte und nährten die Erwartung, bezahlbares Öl werde es noch lange geben. Jetzt muss neu gerechnet werden: Die Börse hat das bereits getan, BP ist einige Milliarden Dollar weniger wert. Aber einen höheren Preis als die BP-Eigentümer zahlen die Bürger, die die Folgen der Katastrophe unmittelbar zu spüren bekommen: Die Fisch- und Austernbestände im Golf von Mexiko werden zerstört, der Tourismus leidet, auch Gastronomie und Immobilienbesitzer bereiten schon ihre Klagen vor, sie wollen Schadensersatz.

          Eines ist jetzt schon klar: Das schwarze Gold muss teuer, womöglich zu teuer bezahlt werden. Vielleicht führt aber die Katastrophe, deren Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist, dazu, dass die Suche nach sauberer Energie mehr Schwung bekommt.

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