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„Deepwater Horizon“ : Amerika verklagt BP wegen Ölpest

  • Aktualisiert am

Löscharbeiten kurz nach der Explosion der „Deepwater Horizon” im April Bild: dapd

Acht Monate nach der Explosion der Förderplattform „Deepwater Horizon“ verklagt die amerikanische Regierung den britischen Energiekonzern BP und acht weitere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko auf Schadenersatz. Die Höhe der Forderung wurde nicht beziffert.

          Die Vereinigten Staaten wollen den britischen Konzern BP und andere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko mit einer Milliardenklage vor Gericht zerren. Die Regierung habe Klage gegen insgesamt neun Firmen eingereicht, die gegen Umweltgesetze und Sicherheitsregularien vorstoßen und damit die größte Naturkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten verursacht hätten. Das gab der amerikanische Justizminister Eric Holder am Mittwoch in Washington bekannt.

          Es handele sich um eine Zivilklage mit dem Ziel, die Unternehmen für alle entstandenen Kosten haftbar zu machen - also etwa für die massiven Reinigungsarbeiten sowie die langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Schäden durch die Ölpest. „Wir wollen beweisen, dass die Beschuldigten verantwortlich sind“, sagte Holder.

          Die Umweltkatastrophe hatte am 20. April begonnen, als vor der Küste des amerikanischen Bundesstaates Louisiana die von BP betriebene Ölplattform „Deepwater Horizon“ explodierte. Nach dem Unglück mit elf Toten waren innerhalb von drei Monaten nach Schätzung der amerikanischen Regierung insgesamt fast 780.000 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Die Brühe verseuchte teilweise mehr als 1000 Kilometer Küste, die monatelange Sperrung eines riesigen Fischfanggebietes machte zahlreiche Fischer arbeitslos. Erst Mitte Juli konnte die Quelle provisorisch verschlossen werden. Bis zur endgültigen Versiegelung vergingen nochmals mehrere Wochen.

          Mit der Klage geht die amerikanische Regierung erstmals juristisch gegen die an der „Deepwater Horizon“ beteiligten Unternehmen vor. Sie richtet sich unter anderem gegen eine Einheit des BP-Konzerns, gegen den Besitzer der Unglücks-Plattform Transocean und gegen den Miteigentümer Anadarko. Auf sie könnten neben den Schadensersatzforderungen auch Strafgelder in Milliardenhöhe zukommen, die für die gewaltige Wasserverschmutzung fällig werden.

          Bis zu 48.000 Menschen, 6800 Schiffe und 125 Flugzeuge waren an den Arbeiten beteiligt, die schließlich am 19. September zum späten Erfolg führten und die Ölquelle MC252 zum Versiegen brachten. Allein BP hatte in sechs Monaten nach der Ölkatastrophe 40 Milliarden Dollar als Ölpestkosten abschreiben müssen. Der Ausrüster Halliburton, der an dem Katastrophen-Bohrloch mitgearbeitet hatte, wurde nicht genannt.

          Es könnten aber später noch weitere Firmen verklagt werden, sagte Holder. Die Untersuchungen liefen weiter, auch über mögliche strafrechtliche Vergehen.

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