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Bohrinsel gesunken : Kampf gegen den Ölteppich im Golf von Mexiko

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach dem Sinken einer Bohrinsel hat sich ein 16 Quadratkilometer großer Ölteppich um die Unglückstelle ausgebreitet. Ob Öl aus der Quelle am Meeresboden ausströmt oder ob die Verschmutzung auf Öl der Plattform zurückgeht, war zunächst nicht klar.

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          Die nach einer Explosion in Brand geratene Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko ist gesunken. Am Freitag erreichte der Ölteppich um die Unglückstelle vor der amerikanischen Küste eine Größe von fast 16 Quadratkilometern, wie die Küstenwacht mitteilte. Ob Öl aus der Quelle am Meeresboden ausströmt oder ob die Verschmutzung auf die etwa 2,5 Millionen Liter Öl und Diesel auf der Plattform zurückgeht, war zunächst nicht klar. Umweltschützer teilten mit, wenn Öl aus der Quelle austrete, sei mit 1,2 Millionen Litern pro Tag zu rechnen. Mit Tauchrobotern wurden am Freitag Videoaufnahmen von den Verhältnissen in etwa 1600 Metern Tiefe gemacht. Zahlreiche Schiffe und Flugzeuge waren im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern. Sie saugten Öl ab und versprühten Chemikalien. Ein Sprecher des BP-Konzerns, dem die Plattform gehört, sagte am Freitag, falls aus der Quelle am Meeresboden ausströme, habe man die Ausrüstung, um sie zu verschließen, im äußersten Notfall erst mittels einer Plattform, die über die Unglücksstelle gefahren werden könne.

          Die Küstenwacht suchte unterdessen am Unglücksort etwa 80 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates Louisiana weiter nach den elf Arbeitern, die seit der Explosion am Mittwoch vermisst werden. Die anfängliche Hoffnung, dass die Männer sich mit einem Rettungsboot vor den Flammen in Sicherheit bringen konnten, ist der Befürchtung gewichen, die Vermissten nicht mehr lebend zu finden. Einige Familienangehörige der vermissten Arbeiter sollen derweil Klagen gegen die Betreiber der Bohrinsel eingereicht haben. Bei der Explosion, deren Ursache weiter nicht bekannt ist, waren 126 Personen an Bord der Plattform von der Größe zweier Fußballfelder; 115 konnten in Sicherheit gebracht werden, etwa siebzehn erlitten Verletzungen. Die Probebohrungen auf der Plattform standen dem Vernehmen nach vor einem erfolgreichen Abschluss. Fachleute wurden mit der Vermutung zitiert, der BP-Konzern habe schon in wenigen Tagen die Erschließung eines neuen Ölfelds melden wollen. Für den Fall, dass der Ölteppich an die amerikanische Küste getrieben wird, erwarten die Behörden massive Schäden an den empfindlichen Ökosystemen des Golfs von Mexiko. Im Golf von Mexiko wird auf etwa 90 Plattformen Öl gefördert. Erst vor einigen Wochen hatte der amerikanische Präsident Barack Obama erklärt, im Atlantik an der Ostküste der Vereinigten Staaten und vor Alaska würden künftig Ölbohrungen zugelassen, die jetzt noch verboten sind. Umweltschützer im ganzen Land hatten daraufhin Proteste angekündigt und vor der Gefahr für die Küstengewässer gewarnt.

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