https://www.faz.net/-gum-16ef3

Amerika erhöht Druck auf BP : „Ein Termin nach dem anderen nicht eingehalten worden“

  • Aktualisiert am

Am Strand von Elmer's Island vor der Küste Louisianas Bild: REUTERS

Nach einem Besuch im amerikanischen Hauptquartier des Ölkonzerns BP zeigte sich der amerikanische Innenminister Ken Salazar „wütend und frustriert“ über die Bemühungen des Konzerns, die Ölpest im Golf von Mexiko einzudämmen. Er droht mit Konsequenzen.

          1 Min.

          Die amerikanische Regierung hat dem Ölkonzern BP damit gedroht, ihm die Federführung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko aus der Hand zu nehmen. Innenminister Ken Salazar äußerte sich bei einem Besuch im amerikanischen BP-Hauptquartier in Houston (Texas) „wütend und frustriert“ darüber, dass es dem Unternehmen bisher nicht gelungen ist, den Ölaustritt ins Wasser und die Umweltverseuchung zu stoppen.

          „Wir sind am Tag 33 angelangt, und ein Termin nach dem anderen ist nicht eingehalten worden“, sagte Salazar. Er bezog sich unter anderem darauf, dass BP einen ursprünglich für Sonntag geplanten Versuch zum Verschließen des Bohrlochs verschoben hat. Er soll jetzt frühestens am Dienstagabend oder Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen.

          Unterdessen schwappt immer mehr schweres Öl auf die Küste von Louisiana. Zum Wochenbeginn erwarten Experten insbesondere eine massive Verseuchung von Buchten und Stränden westlich des Mississippi. BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest „katastrophal“ sei. Salazar sagte, er zweifele zwar nicht daran, dass BP alles zur Lösung des Problems tue. Aber „habe ich Vertrauen darin, dass sie genau wissen, was sie tun? Nein.“

          Wenn die Regierung herausfinde, dass BP „nicht tut, was es tun sollte, dann werden wir sie entsprechend beiseiteschieben, und wir werden uns darum kümmern, dass alles getan wird, um die Menschen und die ökologischen Werte an der Golfküste zu schützen“, zitierte der Sender CNN den Minister. An diesem Montag wird sich Salazar zusammen mit Heimatschutzministerin Janet Napolitano abermals im Katastrophengebiet aufhalten: Der amerikanische Präsident Barack Obama will, dass beide direkt vor Ort Druck auf BP ausüben. Das Unternehmen will als Nächstes versuchen, das Bohrloch durch den Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse zu schließen.

          Nach BP-Angaben dauern die Vorbereitungen länger als gedacht, weil das Manöver so kompliziert ist - daher soll nun frühestens am Dienstag damit begonnen werden. Klappt es nicht, gibt es nach Dudleys Angaben noch weitere Möglichkeiten. „Alle von uns bei BP versuchen, das Problem zu lösen“, sagte der Geschäftsführer. Niemand sei wegen der Ölpest „mehr am Boden zerstört“.

          Ausgelöst wurde die Katastrophe durch das Versinken der von BP geleasten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 22. April nach einer vorausgegangenen Explosion. Seitdem sprudeln jeden Tag riesige Mengen Rohöl ins Wasser.

          Weitere Themen

          „Wir sind gut vorbereitet“ Video-Seite öffnen

          Coronavirus in Deutschland : „Wir sind gut vorbereitet“

          Das neuartige Coronavirus hat Deutschland erreicht: In Bayern wurde der erste Fall diagnostiziert. AFPTV hat sich auf Berlins Straßen umgehört, ob die Menschen nun Sorge vor einer raschen Ausbreitung haben.

          „Ein langer Albtraum geht zu Ende“

          Belgisches Königshaus : „Ein langer Albtraum geht zu Ende“

          51 Jahre nach deren Geburt hat der frühere belgische König Albert II. sich öffentlich dazu bekannt, der Vater einer unehelichen Tochter zu sein. Zuvor hatte ein Gericht einen DNA-Test angeordnet.

          Topmeldungen

          Kampf gegen Corona : Dem Virus davonfliegen

          Die ersten Länder haben damit begonnen, ihre Bürger aus Wuhan ausfliegen. Für die politische Führung in Peking wird die Lage kritisch, viele Chinesen rufen nach Konsequenzen. Dafür geht es dem ersten deutschen Erkrankten besser.
          Die Spieleentwickler Michael Geithner und Martin Thiele-Schwez

          Kartenspiel zur DDR-Geschichte : „Am Ende verliert die Stasi immer“

          Vor dem Ende der DDR versuchten Stasi-Mitarbeiter, massenhaft Akten zu vernichten. Das ist auch das Ziel eines neuen Spiels: Dokumente verschwinden lassen. Was Spieler dabei über die deutsche Geschichte lernen, erklärt einer der Entwickler im Interview.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.