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Nordkorea : Wetterdienst fällt bei Kim Jong-un in Ungnade

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Kim Jong Un fordert die Verbesserung des staatlichen Wetterdienstes in Nordkorea. Die Meterologen wirken wenig begeistert über die Tipps des Diktators. Bild: AFP

In Nordkorea ist es heiß, die schlechteste Ernte seit langem droht. Diktator Kim Jong-un sucht einen Schuldigen - und findet ihn in den staatlichen Meteorologen.

          Trockenheit und Hitze – die Nordkoreaner leiden unter dem Wetter. Viele Menschen in dem armen Land sind schon jetzt unterernährt. Sie treffen die Folgen der Trockenheit am stärksten. Hält die Hitze an, werden Nahrungen rationiert und Hunger und Armut nehmen zu.

          Wetterdienst als Sündenbock

          Grund genug für Diktator Kim Jon-un einen Schuldigen zu suchen. Mit dem staatlichen Wetterdienst hat er den auch schnell gefunden. Zu ungenau, zu unmodern und überhaupt falsch sagten die Meteorologen das Wetter vorher. Kein Wunder also, dass die Menschen jetzt unvorbereitet auf die Hitze treffen. Bei seinem Besuch nahm Kim Ausstattung und Arbeitsweise des Wetterdienstes genauestens ins Visier. Wie umfassend wird das Wetter analysiert? Funktioniert die Kommunikation? Werden die internationalen Satelliten vom nordkoreanischen Wetterdienst genutzt?

          Seiner Unzufriedenheit gab der Diktator deutlich Ausdruck. Nur wenn der Wetterdienst seine Vorhersagen verbessere, würden die Menschen geschützt und ihr Lebensstandard erhöht. Dazu gehöre eine schnelle und umfassende Information aller Nordkoreaner. Auch Wirtschaft und Industrie, allen voran die Landwirtschaft, sollen so frühzeitig gewarnt werden. Um das zu erreichen, müssten vor allem die mittel- und langfristigen Vorhersagen zuverlässiger werden.

          Besuche Kim Jong-uns in Behörden und Fabriken sind gefürchtet. Meist weiß der Diktator alles besser, einer Schelte entgehen die Angestellten selten. Auch die Meteorologen des staatlichen Wetterdienstes kamen nicht umhin, sich die Hinweise anzuhören – begeistert waren sie vermutlich nicht.

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