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Hochwasser in Niederbayern : Tausende Haushalte ohne Strom

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In Simbach am Inn hinterlassen die Wassermassen eine Spur der Verwüstung. Bild: dpa

Der Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern löst nach schweren Überschwemmungen Katastrophenalarm aus. Zehntausende Menschen müssen die Nacht ohne Strom verbringen. In NRW sitzen nach heftigem Starkregen Schüler auf einem Bauernhof fest.

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          Das Wasser kam schnell und heftig: Nach stundenlangem Dauerregen ist am Mittwoch im Südosten Bayerns Katastrophenalarm ausgelöst worden. Flüsse und Bäche traten ungewöhnlich schnell über die Ufer, die Flutwelle riss Autos und Bäume mit sich. Vielerorts stand das Wasser meterhoch in den Straßen. Häuser waren komplett eingeschlossen,  von den Wassermassen überraschte Bewohner mussten mit Hubschraubern gerettet werden. Das Landratsamt Rottal-Inn rechnete mit Schäden im zweistelligen Millionenbereich, Todesopfer habe es glücklicherweise bislang nicht gegeben, teilte es mit.

          Noch am Abend waren 9000 Haushalte ohne Strom. Die Fluten verhinderten vielerorts den Zugang zu Trafostationen oder Umspannwerken, teilte der Energienetzbetreiber Bayernwerk am Mittwochabend mit. Tausende Haushalte drohten auch über Nacht ohne Stromversorgung bleiben. Mitarbeiter seien unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Da es keinen detaillierten Überblick über die Hochwassersituation gebe, müsse der Strom vielfach abgeschaltet bleiben,hieß es weiter. Sicherheit habe absoluten Vorrang.

          Niemand hat mit der Wucht gerechnet

          Starker Regen hat am Mittwochabend auch im Westen von Nordrhein-Westfalen schwere Schäden verursacht. Bei Xanten steckte ein Regionalzug zeitweise im Schlamm auf den Gleisen fest, wie die Feuerwehr berichtete. Der Zug habe später aber aus eigener Kraft zum nächsten Bahnhof fahren können. Die Bahnstrecke wurde gesperrt. Ebenfalls im Raum Xanten saßen Schüler auf einem Bauernhof fest, weil die Wassermassen die Zufahrtsstraßen unpassierbar gemacht hatte. „Die Schüler sind aber nicht in Gefahr. Sie sitzen trocken in einer Scheune und sind versorgt“, sagte der Feuerwehrsprecher. In Düsseldorf liefen mehrere Straßentunnel voll Wasser. Die Autobahn 46 musste dort gesperrt werden. Auch viele innerstädtische Straßen wurden überflutet. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt berichtete von vielen Einsätzen wegen vollgelaufener Keller. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den Niederrhein vor „extrem heftigem Starkregen“ gewarnt.

          In Bayern ist es das zweite schlimme Hochwasser binnen weniger Tage. Erst rund 72 Stunden zuvor hatten Überschwemmungen im Großraum Ansbach (Mittelfranken) große Schäden angerichtet. Die Aufräumarbeiten dort dauern an. Auch wenn es zuvor eine Unwetterwarnung gegeben hatte, war das Ausmaß des Hochwassers in Niederbayern doch überraschend: „Mit dieser Wucht hat wohl niemand gerechnet“, sagte ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen. So sah es auch Emil Bumberger von der Polizei in Pfarrkirchen: „Es herrscht Land unter.“

          In Simbach am Inn wälzte sich ein reißende, schlammig-braune Flutwelle durch den Ort. Eine Asylbewerberunterkunft in einer ehemaligen Turnhalle wurde geräumt. Rettungskräfte berichteten, dass Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge geklettert waren, weil sie Angst hatten, von den Fluten davon geschwemmt zu werden. Auch die Polizei war betroffen – die Beamten mussten ihre Dienststelle verlassen. „Da steht das Wasser meterhoch“, sagte ein Polizeisprecher. Land unter auch am Grenzübergang zum österreichischen Braunau: Eine Brücke war komplett überspült.

          Wassermassen wälzen sich durch den niederbayerischen Ort Simbach Bilderstrecke

          Ähnlich sah es in Triftern aus. „Die Situation hat sich in den letzten Stunden dramatisch zugespitzt. Der ganze Ortskern wurde von dem Altbach überspült“, sagte Bürgermeister Walter Czech (CSU). In dem Ort saßen 250 Kinder in einer Schule fest, weil die Zufahrtswege nicht passierbar waren. „Zum Glück liegt das Gebäude aber auf einem Berg. Vielleicht müssen die Kinder aber die Nacht in der Turnhalle verbringen“, erklärte Czech.

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