https://www.faz.net/-gum-7wlyr

Angst vor Russland : Elektriker hortet Waffen in privatem Bunker

  • Aktualisiert am

Für alle Fälle gerüstet: das Waffenarsenal des Elektrikers Bild: dpa

Ein Elektriker aus Niederbayern hat in seinem Keller einen Bunker gebaut – aus Angst vor Russland, wie er selbst sagt. Die Polizei stellte in dem Verschlag jede Menge Waffen und Material zur Herstellung von Sprengstoff sicher.

          Aus Angst vor einem Angriff Russlands hat ein Elektriker im niederbayerischen Kelheim in seinem Keller einen Atombunker gebaut und mit Dutzenden Waffen, Sprengstoff, Munition und Lebensmitteln ausgestattet. Das durch eine Strafanzeige alarmierte Bayerische Landeskriminalamt entdeckte bei dem 59 Jahre alten Mann zwei Maschinenpistolen, 80 Langwaffen, 60 Handfeuerwaffen, 20.000 Schuss Munition und vierzig Kilo Material zur Sprengstoffherstellung, wie das LKA am Freitag in München mitteilte.

          Der Mann wurde im Zuge der Durchsuchungen festgenommen, ihm werden Verstöße gegen das Kriegswaffengesetz, gegen das Waffengesetz und gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen. Nach den bisherigen Ermittlungserkenntnissen wollte der Mann seine Familie vor einem Überfall Russlands schützen, sagte ein Sprecher des LKA. Hinweise auf eine psychische Erkrankung lägen bei dem Handwerker nicht vor, es gebe keinen Antrag auf eine Unterbringung.

          Mann hat den Bunker alleine gebaut

          Für die Ermittler gibt der Fall dem Sprecher zufolge noch viele Rätsel auf. So sei noch völlig unklar, ob der Mann zu Zeiten des Kalten Krieges oder erst in den vergangenen Jahren mit dem Bau und der Ausstattung des Bunkers begonnen habe. Die Anlage sei aber auf einem aktuellen Stand gewesen, so hätten sich in dem Lager neue Lebensmittelvorräte befunden. Wie der LKA-Sprecher sagte, soll der Festgenommene den Bunker inklusive seiner Luft- und Wasseraufbereitungsanlage alleine gebaut haben. Zur Größe der Anlage konnte der Sprecher keine Angaben machen. Diese sei sehr unübersichtlich und verwinkelt, die Größe müsse noch ermittelt werden.

          Spezialisten des LKA benötigten drei Tage zur Durchsuchung der Anlage. Bei dem Einsatz arbeiteten die Ermittler auch mit schwerem Gerät und rissen unter anderem mit Bohrhämmern Wände und Böden ein. Zu den familiären Verhältnissen des Elektrikers äußerte sich der LKA-Sprecher zurückhaltend. Die Familie, die der Mann vor dem russischen Angriff schützen wollte, habe zwar noch mit ihm im Haus gelebt. Die Angehörigen hätten sich aber im Streit mit dem Verdächtigen befunden.

          Weitere Themen

          Vergessenes Land Video-Seite öffnen

          Reise durch Ostdeutschland : Vergessenes Land

          In Thüringen, Sachsen und Brandenburg wird im Herbst gewählt. Den Regierungsparteien droht eine Schlappe. Die AfD kann auf Erfolge hoffen. Was ist da los? Eine Reise durch drei Bundesländer.

          Attentäter soll kein Forum bekommen Video-Seite öffnen

          Christchurch Anschlag : Attentäter soll kein Forum bekommen

          Der Attentäter von Christchurch wird am 5. April vor Gericht erwartet. Premierministerin Jacinda Ardern sagte, sie werde den Namen des Angreifers nicht nennen, um ihm nicht zu Bekanntschaft zu verhelfen. Seiner rassistischen Ideologie soll kein Forum geboten werden.

          Topmeldungen

          Drängt er sich auf? James muss beim FC Bayern noch Überzeugungsarbeit leisten.

          Bayern München : Das seltsame Casting des James Rodriguez

          In München fragt man sich immer noch, ob aus James ein richtiger Bayer wird. Der Kolumbianer spielt als Leihspieler weiter zur Bewährung. Ein Weg zurück nach Madrid scheint freilich ausgeschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.