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Längster Nonstop-Flug der Welt : Von New York nach Sydney ohne Zwischenstopp

  • Aktualisiert am

Qantas Boeing 787 Dreamliner landet in Sydney Bild: AFP

16.200 Kilometer in 19 Stunden und 16 Minuten: Die australische Fluggesellschaft Qantas hat den weltweit längsten Nonstop-Passagierflug erfolgreich getestet. Die Passagiere mussten sich allerdings an einige Regeln halten.

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          Die australische Fluggesellschaft Qantas hat den weltweit längsten Nonstop-Passagierflug auf der Strecke New York-Sydney erfolgreich getestet. In 19 Stunden und 16 Minuten legte die Maschine, ein fabrikneuer Boeing 787-9 Dreamliner, die 16.200 Kilometer lange Strecke zurück. Sonntagfrüh (Ortszeit) landete der Testflieger nach Angaben der Airline in Australien. Gestartet war das Flugzeug am Freitag von New Yorks John F. Kennedy Flughafen aus.

          „Dies ist eine wirklich bedeutende Premiere für die Luftfahrt“, sagte Qantas-Chef Alan Joyce. Er hoffe, damit künftig „die Reise von einer Seite der Welt zur anderen“ zu beschleunigen. Der Flug sei „reibungslos“ verlaufen, sagte Sean Golding, einer von vier Piloten, die sich bei dem Testflug abwechselten.

          „Insgesamt sind wir mit dem Verlauf des Fluges sehr zufrieden und es ist großartig, einige der Daten gesammelt zu haben, die wir benötigen, um daraus einen regulären Linienflug zu machen“, sagte Golding. Von 2022 oder 2023 an will Qantas seinen Kunden die Verbindung anbieten.

          101.000 Kilogramm Treibstoff im Tank

          Bei dem Testflug seien 49 Passagiere und Crewmitglieder an Bord gewesen. Die Maschine sei vor dem Rekordflug voll betankt worden. Um Gewicht zu sparen, sei für den Flug mit der Nummer QF7879 die Zahl der Passagiere und Gepäckstücke begrenzt gewesen.

          Unter den Menschen an Bord seien mehrere Führungskräfte von Qantas, Wissenschaftler, Journalisten, sechs Testpassagiere sowie zehn Besatzungsmitglieder gewesen. Die Airline sammelte auf dem Flug wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen dieser langen Flugzeit auf Passagiere und Besatzung – vor allem mit Blick auf die Ermüdung von Piloten und Crew sowie auf die Vermeidung von Jetlag bei den Fluggästen.

          Einer der 49 Passagiere an Bord des Passagierflugzeugs Boeing 787.

          So seien bei den Piloten und der Besatzung etwa Gehirnströme und Reaktionsvermögen gemessen worden. Auch die Passagiere mussten sich Tests unterziehen: Der Ablauf an Bord habe sich nach der Uhrzeit in Sydney gerichtet. Die Passagiere seien daher gebeten worden, die ersten sechs Stunden wach zu bleiben, um den Jetlag bei der Ankunft zu reduzieren.

          Zunächst seien in der hell beleuchteten Kabine würzige Speisen serviert worden. Dann habe die Crew bei gedimmten Licht eine Mahlzeit, die reich an Kohlenhydraten war, serviert. An Bord sei später Nacht simuliert worden, bevor der Flug am Morgen in Sydney landete. Die Testpassagiere hätten keinen Alkohol bekommen.

          Beim Abflug in New York habe der Flieger rund 101.000 Kilogramm Treibstoff getankt. Bei Landung in Sydney seien noch etwa 6000 Kilogramm übrig gewesen. Das reiche für eine Flugdauer von etwa 90 Minuten.

          Konzernchef Alan Joyce (Mitte rechts) schüttelt dem Piloten Sean Golding die Hand.

          Der Flug sei monatelang vorbereitet worden. Bis Jahresende plane Qantas zwei weitere Testflüge dieser Art. In den kommenden Jahren will Qantas seinen Kunden weitere direkte Verbindungen zwischen Australien und London anbieten. Diese sollen die Reisezeit der Passagiere um rund vier Stunden verkürzen. Bisher betreibt Singapore Airlines den weltweit längsten Non-Stop-Lininenflug zwischen Singapur und Newark mit einer Flugdauer von 18,5 Stunden.

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