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Neues Tarifsystem : Neue oder alte Bahncard?

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Sparfüchse haben 2003 gleich zwei Bahncards. Bild: AP

Wie spart man spart 2003 mehr: mit der alten oder der neuen Bahncard? Am besten, man hat beide.

          Mit der Ankündigung, im Rahmen einer großen Preisreform auch die Bahncard zurecht zu stutzen, hat die Deutsche Bahn bereits vor Monaten für Empörung gesorgt.

          Nur noch 25 statt 50 Prozent Rabatt - das empfinden viele Bahncard-Kunden als Zumutung, auch wenn die Bahn argumentiert, dass sich dieser Rabatt künftig mit anderen Sondertarifen kombinieren lässt und die Karte beim Erwerb deutlich billiger wird. Wer trotzdem nicht auf die alte Bahncard-Variante verzichten möchte, kann noch bis zum 14. Dezember ein solches Exemplar erwerben und bis Ende 2003 wie gewohnt zum halben Grundpreis fahren.

          Vorteile der neuen: Sparen in der Gruppe

          Für die neue Bahncard spricht, dass sich der Kaufpreis von 60 Euro schon bei relativ wenigen Fahrten lohnt. Das gilt erst recht für Familien, denn wenn ein Elternteil die Bahncard kauft, bekommen der Partner und alle Kinder unter 18 die Karte für je fünf Euro. Wer nun seine Reisen mindestens eine Woche im Voraus planen kann, kommt durch den 40-prozentigen Frühbucher-Tarif (Plan&Spar 40) mit der Bahncard bereits auf insgesamt 55 Prozent Rabatt. Noch mehr lohnt sich das Reisen in Gruppen: Bei bis zu fünf Personen muss nur eine den vollen Preis zahlen, alle anderen fahren für die Hälfte. Bahncard-, Frühbucher- und Mitfahrer-Rabatt summieren sich auf maximal 66 Prozent.

          Vorteile der alten: Sparen als Einzelreisender und im Nahverkehr

          Die alte Bahncard bleibt günstiger für Einzelpersonen, die sich spontan für Reisen entscheiden und ihre Fahrkarten schnell noch am Bahnhof oder erst beim Schaffner im Zug lösen. Denn für sie kommen Frühbucher- und Mitfahrer-Tarife, die nur mit der neuen Bahncard kombinierbar sind, ohnehin nicht in Frage. Als Faustregel gilt: Die Kombination aus hohem Flexibilitätsbedarf und häufigem Reisen spricht für die 50-Prozent-Karte. Auch wer häufig im Regional- und Nahverkehr unterwegs ist, ohne eine Zeitkarte kaufen zu wollen, fährt mit der alten Variante besser. Denn hier gelten die Frühbucher-Tarife nicht.

          Tipp: Preisfüchse haben beide Bahncard-Modelle

          Wer zunächst einmal abwarten will, welcher Bahn-Rabatt ihm in der Praxis die meisten Preisvorteile bringt, für den empfiehlt sich die alte Bahncard. Denn sie lässt sich noch bis Ende 2003 gegen die neue Variante eintauschen. Wenn die Karte noch mindestens einen Monat gilt und einen Restwert von mindestens 15 Euro hat, wird der Restwert von der Bahn erstattet. Umgekehrt geht das Eintauschen nicht: Der 14. Dezember ist definitiv letzter Stichtag für den Kauf der alten Bahncard.

          Vielfahrer sollten sich außerdem überlegen, ob sich nicht der Kauf beider Bahncard-Modelle lohnt: Sie können die neue und die alte Bahncard zumindest ein Jahr lang parallel benutzen und damit vom alten ebenso wie vom neuen Rabattsystem profitieren - je nachdem, ob sie kurz- oder langfristig ihre Reise planen. „Die Anschaffung ist auch in der Übergangszeit schon deshalb überlegenswert, weil die neue Bahncard nur 60 Euro kostet“, sagt Annette Volkens vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Bonn.

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