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Neues Flüchtlingsdrama : Italienische Küstenwache findet Boot mit 30 Leichen

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Seelenverkäufer: Immer wieder bringt Italiens Küstenwache solche überfüllten Flüchtlingsschiffe auf (Bild aus dem Mai 2014) Bild: AFP PHOTO / MARINA MILITARE

Ziel Europa: Zehntausende Flüchtlinge haben dieses Jahr bereits die gefährliche Fahrt von Nordafrika übers Mittelmeer angetreten. Italiens Küstenwache ist Elend gewohnt - aber nicht so viele Tote in einem Boot.

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          Auf einem Flüchtlingsboot vor der Küste Siziliens sind rund 30 Leichen entdeckt worden. Das teilte die italienische Küstenwache in der Nacht zum Montag mit. Auf dem Schiff befanden sich nach ersten Erkenntnissen mehr als 600 Flüchtlinge, teilte die italienische Nachrichtenagentur Ansa mit. Die Toten befanden sich in einem sehr engen Teil des Bootes und sind wahrscheinlich erstickt. Als die italienische Küstenwache das Schiff vor Grecale aufgriff, sei für sie jede Hilfe zu spät gekommen. Zwei schwangere Frauen und einige Notfallpatienten wurden jedoch umgehend an Land gebracht.

          Die italienische Marine brachte am Wochenende nach offiziellen Angaben rund 1600 Bootsflüchtlinge in Sicherheit, die über das Mittelmeer Richtung Europa unterwegs waren. Die Behörden sprachen am Sonntagabend von sieben Schiffen mit Flüchtlingen, die vor den italienischen Küsten aufgegriffen wurden. Damit stieg die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr aus Nordafrika kommend in Italien eintrafen, auf mehr als 60.000.

          Kinder ohne Begleiter

          Die Hilfsorganisation Save the Children machte darauf aufmerksam, dass unter den in diesem Jahr aufgegriffenen Flüchtlingen bereits mehr als 9000 Kinder seien. Bisweilen seien Kinder auf den Flüchtlingsschiffen, die noch nicht fünf Jahre alt seien und die nicht von Angehörigen begleitet würden.

          Nachdem im Jahr 2013 bei verschiedenen Flüchtlingsdramen mehr als 400 Menschen ertrunken waren, hat die italienische Marine die Operation „Mare Nostrum“ gestartet, mit der ein rechtzeitiges Auffinden Schiffbrüchiger gewährleistet werden soll. Der italienische Innenminister Angelino Alfano erklärte, er erwarte von den anderen europäischen Staaten, dass sie die Aufnahme der Bootsflüchtlinge als gemeinsame Sache betrachten.

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