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Welt-Malaria-Tag : Unkrautvernichter als schnelle Hilfe gegen Malaria?

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Hoffnungsvolle Nachricht zum Weltmalariatag. Gießener Forscher rücken der gefährlichen Tropenkrankheit mit einem schnellen Wirkstoff zu Leibe.

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          Im Kampf gegen die Tropenkrankheit Malaria haben Gießener Forscher ein Medikament entwickelt, das Patienten innerhalb von zwei Tagen heilen soll. Bei Pilotstudien in Afrika und Thailand sei der Wirkstoff Fosmidomycin an 20 Menschen erfolgreich getestet worden, sagte der
          Geschäftsführer der Biotechnologie-Firma Jomaa Pharmaka, Hassan Jomaa, in Gießen.

          Der Leiter der Infektions- und Tropenmedizin der Universität München, Professor Thomas Löscher, warnte allerdings vor zu viel Optimismus. Es handele sich um eine von mehreren hoffnungsvollen Substanzen. In kontrollierten Studien müsse nun bei mindestens 1.000 Patienten in verschiedenen Ländern untersucht werden, ob Fosmidomycin besser wirke als bereits zugelassene Malaria- Medikamente.

          Hohe und häufige Dosierung

          Das Mittel war in den siebziger Jahren in Japan zunächst als Unkrautvernichtungsmittel und potenzielles Antibiotikum erforscht worden. Es greife Enzyme an, die der Malaria-Erreger Plasmodium falciparum für einen spezifischen Stoffwechselweg benötige, der beim Menschen nicht vorkomme, erläuterte Jomaa. „Mit Fosmidomycin legen wir sehr viele Stoffwechselprozesse des Erregers mit einem Schlag lahm.“ Der Wirkstoff sei arm an Nebenwirkungen und im Gegensatz zu vielen gebräuchlichen Malaria-Medikamenten günstig.

          Nach den Worten von Professor Peter Kremsner vom Tübinger Institut für Tropenmedizin, der die Studien wissenschaftlich begleitet hat, waren die behandelten Patienten auch nach zwei Wochen noch gesund. „Allerdings muss man den Wirkstoff zu lange und zu oft geben - zwei bis drei Mal täglich.“ Um Therapiedauer und Häufigkeit der Dosen zu senken, arbeiten die Forscher nach Kremsners Darstellung bereits an einem neuen Präparat, das Fosmidomycin mit einem weiteren anti-parasitären Mittel kombiniert. Das Kombinationspräparat solle bis 2006 marktreif sein.

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