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Neue Uniformen für die Polizei : Blau ist jetzt auch in Bayern das neue Grün

Da lächelt es sich doch gleich viel leichter: Auch bayerische Polizisten dürfen bald Blau tragen. Bild: dpa

Der bayerischen Sonderweg, seine Polizisten noch immer in „grün, beige und bambusfarben“ herumlaufen zu lassen, hat ein Ende. Die Mehrheit der Uniformierten sprach sich dafür aus, künftig Blau zu tragen. Das hat wohl auch modische Gründe.

          Es seien wohl „modische Aspekte“ gewesen, die die Polizisten dazu bewogen hätten, sich Blau als künftige Uniformfarbe zu wünschen, sagt am Mittwoch ein Sprecher des Innenministeriums. Denn begründen mussten die uniformtragenden Polizisten in Bayern ihre Entscheidung für „blau“ und gegen „grün, beige und bambusfarben“, die offiziellen Farben der bisherigen Uniform, nicht: Es genügte, in der Umfrage schlicht „grün“ oder „blau“ anzuklicken. Und 69 Prozent dieser Polizisten entschieden sich für „blau“. Bei den Justizbeamten waren es rund 64 Prozent. Das Ergebnis der Umfrage, das über die künftige Uniformfarbe von 33.000 uniformierten Polizisten und Justizbeamten in Bayern entschied, hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Bayerischen Landtags vorgestellt.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Mit dem Votum für Blau folgt nun die bayerische Polizei nicht nur den Kollegen in den anderen Bundesländern, die längst die blaue Uniformen tragen. Auch ein italienischer oder französischer Polizist wäre unvorstellbar in „grün, beige und bambusfarben“. Das favorisierte Blau ist das Blau der österreichischen Uniform. Denn nicht nur die Farbe ändert sich, auch Schnitt und Ausstattung der Uniform. Seit acht Monaten testen 450 Polizisten in ganz Bayern die Uniform der österreichischen Polizei, 50 Polizisten zudem die Uniform aus Baden-Württemberg.

          Funktionalität vor Mode

          Zumindest bei Schnitt und Material muss sich die Mode Funktionalität und „Außendiensttauglichkeit“ unterordnen. Ist die Jacke kurz genug, damit der Griff zur Waffe am Gürtel nicht behindert wird? Wo kann man am besten das Funkgerät, wo die Handfesseln verstauen? Welcher Hosenstoff ist robust und trotzdem komfortabel? Ganz wichtig sei es auch, „frauengerechte Schnitte“ zu berücksichtigen. Die österreichische Uniform hat dabei nach Angaben des Innenministeriums bislang in den Rückmeldungen „extrem hohe Zustimmungswerte von mehr als 90 Prozent“ bekommen. Änderungen beträfen höchstens Details: den Schnitt der Hosentaschen oder die Schulterklappen, die Frage: Stehkragen oder kein Stehkragen?

          Zu bedenken sei auch, natürlich, wo am besten die bayerischen Hoheitszeichen zur Geltung kommen. An den Details feilt somit zurzeit die Projektgruppe „Neue Dienstkleidung der Bayerischen Polizei“ zusammen mit der Designerin Barbara Mungenast, die die österreichische Uniform entworfen hat. Im April soll das endgültige Ergebnis des Trageversuchs vorgestellt, Ende 2016 die neuen Uniformen ausgeliefert werden. Auch alle neuen Polizeifahrzeuge werden von 2016 an in Bayern blau-silberfarben sein.

          Schmuck war die bisherige grüne Uniform nie, auffällig dagegen schon – gut zu unterscheiden von Bundespolizisten und den Mitarbeitern privater Sicherheitsdienste, die zumeist in Blau eingekleidet sind. Dass jedoch die blaue Uniform leicht verwechselt werden könne mit denen anderer Berufsgruppen, sieht das Innenministerium als unwahrscheinlich an: Schließlich stehe auf der Jacke „Polizei“.

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