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Neue ICE-Strecke : In einer Stunde von München nach Nürnberg

  • Aktualisiert am

Die Premierenfahrt startete mit einem Feuerwerk Bild: AP

Die neue ICE-Strecke zwischen München und Nürnberg soll der Bahn in Bayern deutlich mehr Fahrgäste bringen. Geplant sind Verbindungen im Halbstunden-Takt, die Reisezeit verkürzt sich um 20 Minuten.

          Die Deutsche Bahn hat am Samstag die neue ICE-Strecke zwischen München und Nürnberg offiziell eröffnet. Mit 300 Kilometern in der Stunde war ein ICE-Zug auf der Neubaustrecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg unterwegs, bevor er gemeinsam mit einem parallel fahrenden ICE 3 mit weiteren 600 Fahrgästen in den Nürnberger Hauptbahnhof einfuhr.

          Dort wurden die einrollenden ICE-Züge der dritten Generation mit 120 Feuerwerks-Fontänen begrüßt. Die Fahrtzeit zwischen den beiden bayerischen Großstädten verkürzt sich damit vom 28. Mai an - wenn der Vorlaufbetrieb wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft beginnt - zunächst um 20 Minuten.

          Bahn erwartet 30 bis 40 Prozent mehr Gäste

          Später sollen es sogar 40 Minuten weniger sein, was die Fahrtzeit auf nur noch 62 Minuten verringert, wie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn beim Festakt im Nürnberger Hauptbahnhof sagte. Zusammen mit Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), dem bayerischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) und dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) hatte er an der Premierenfahrt teilgenommen.

          Edmund Stoiber und Wolfgang Tiefensee warten auf die Abfahrt

          Die Deutsche Bahn erwartet innerhalb von drei Jahren 30 bis 40 Prozent mehr Fahrgäste, was die Strecke nach Mehdorns Worten „sehr schnell wirtschaftlich machen wird“. Die ICE-Züge werden München mit Frankfurt und dem Ruhrgebiet verbinden. Vollständig in das ICE-Netz eingebunden - mit Verbindungen nach Hamburg und Berlin - wird die Strecke erst am 10. Dezember.

          Dreieinhalb Stunden von München nach Berlin

          An dem Tag werde auch zwischen München und Nürnberg der ICE-Halbstundentakt eingeführt, sagte Mehdorn: „Dann bieten wir in Bayern Hochgeschwindigkeitsverkehr im S-Bahn-Takt.“ Die in acht Jahre währender Bauzeit errichtete Strecke hat rund 3,6 Milliarden Euro gekostet, mehr als zunächst veranschlagt. Sie ist 171 Kilometer lang - die bisherige Verbindung über Augsburg war 199 Kilometer lang. Nur die 89 Kilometer zwischen Ingolstadt und Nürnberg mußten neu gebaut werden.

          Dort können die Züge auf bis zu 330 Stundenkilometer beschleunigen; das erreichen ICE-Züge ansonsten nur zwischen Frankfurt und Köln. Die normale Reisegeschwindigkeit wird allerdings höchstens 300 Kilometer in der Stunde betragen. Die Strecke führt auf 27 Kilometern durch Tunnel, der längste bei Euerwang mißt 7700 Meter. Tiefensee sagte, nun müsse der Ausbau der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt-Berlin forciert werden: „Bis zum Jahr 2016/2017 wollen wir in dreieinhalb Stunden von München nach Berlin fahren können.“

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