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Tötung durch Unterlassen : Prozessauftakt für Mutter der toten Sechsjährigen

  • Aktualisiert am

Kerzen und Plüschtiere stehen vor dem Eingang des Hauses, wo am 12.01.2019 die sechsjährige Leonie ums Leben kam. Bild: dpa

Vor dem Amtsgericht Neubrandenburg begann der Prozess gegen die Mutter der von ihrem Lebensgefährten ermordeten Tochter Leonie.

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          In Neubrandenburg in Mecklenburg hat vor dem Amtsgericht der Prozess gegen die Mutter von Leonie begonnen, deren Lebensgefährte das Mädchen im Januar 2019 in Torgelow ermordet hatte. Leonie war sechs Jahre alt. Die Anklage wirft der 27 Jahre alten Frau laut Auskunft des Gerichts Tötung durch Unterlassen vor. Der inzwischen 30 Jahre alte Stiefvater Leonies wurde bereits wegen Mordes durch Unterlassen und Misshandlung Schutzbefohlener vom Landgericht Neubrandenburg zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof lehnte eine zweite Revision gegen dieses Urteil ab.

          Der Prozess gegen die Mutter soll nun klären, ob sie auch vor der Tat ihrer Tochter angesichts der Misshandlungen durch den Stiefvater zu wenig beistand. Am 12. Januar war das Mädchen tot in der Wohnung der fünfköpfigen Familie gefunden worden. Sie war schwer misshandelt worden. Nach Einschätzung der Richter hatte der Mann an jenem Tag verhindern wollen, dass Leonie über seine Gewalttaten berichtet. In der Folge hatte er medizinische Hilfe für die lebensbedrohlich Verletzte um ­Stunden verzögert. Sie starb an Hirn­blutungen. Die Mutter war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause.

          Der Angeklagte gab vor Gericht an, Leonie habe sich die Verletzungen bei einem Treppensturz zugezogen. Das hielt eine Gutachterin für unwahrscheinlich. Für die Richter stand fest, dass der Angeklagte das Mädchen bereits über einen längeren Zeitraum immer wieder mit Schlägen und Tritten malträtiert hatte. Auch ihren Bruder soll er misshandelt haben. Dieser überlebte und lebt seither bei seinem leiblichen Vater, den die Mutter für den Verurteilten verlassen hatte.

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