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Nagelbombenanschlag : Kölner Bombenattentat: 23jähriger Verdächtiger festgenommen

  • Aktualisiert am

Nach dem Anschlag: Keupstraße Köln, am 9. Juni 2004 Bild: dpa

Ein Monat nach dem Kölner Nagelbombenattentat mit 22 Verletzten ist in Nordhessen ein 23jähriger Mann festgenommen worden. Er soll direkt an dem Attentat beteiligt gewesen sein.

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          Einen Monat nach dem Kölner Nagelbombenattentat mit 22 Verletzten hat die Polizei am Freitag im nördlichen Hessen einen Verdächtigen festgenommen. Das Polizeipräsidium Osthessen bestätigte eine Festnahme in einem Ort nahe Lauterbach, dem Wohnort des Mannes. Der 23jährige habe „Verbindungen nach Köln“. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Deutschen. „Wir gehen davon aus, daß es sich bei dem Festgenommen um den Mann handelt, der auf dem Fahndungsbild mit dem Fahrrad abgebildet ist“, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Rainer Wolf am Freitag. Ein Hinweis aus der Bevölkerung hatte zu der Festnahme geführt.

          Zu den näheren Umständen, wie sie dem Mann auf die Spur gekommen waren, wollten sich die Ermittler zunächst nicht äußern. Unklar blieb auch, ob die Hinweise aus Hessen oder Köln kamen. „In den Vernehmungen müssen wir nun überprüfen, ob sich der Tatverdacht erhärtet oder ausgeräumt wird“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei kann den Verdächtigen bis zu diesem Samstag festhalten. „Entweder wird er dann entlassen oder dem Haftrichter vorgeführt.“

          Profiler eingeschaltet

          Seit dem blutigen Anschlag in der türkisch geprägten Keupstraße in Köln-Mülheim suchen die Ermittler mit Fahndungsbildern nach einem mutmaßlichen Täter und nach einem möglichen Komplizen. Die Nagelbombe hatte eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Von den 22 Opfern waren vier Menschen schwer verletzt in Kliniken gebracht worden. Bis auf einen Betroffenen sind alle Türken.

          Die Mordkommission Sprengstoff war in den vergangenen Wochen rund 170 Hinweisen aus de Bevölkerung nachgegangen und hatte sogar „Profiler“ eingeschaltet, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Vor allem die Veröffentlichung von Fotos des mutmaßlichen Bombenlegers und eines Videofilms hatten zu einer Flut von Hinweisen geführt. Die von einer Überwachungskamera zufällig aufgenommenen Bilder zeigten einen etwa 1,80 Meter großen Mann mit Baseballkappe, der ein Fahrrad mit einem auf den Gepäckträger befestigten Behälter schiebt.

          Hintergrund der Tat rätselhaft

          Rätselhaft war bislang der Hintergrund der Tat. Die Ermittler hatten zunächst sowohl einen Bandenkrieg als auch einen Racheakt oder einen politisch motivierten Anschlag in Betracht gezogen. Doch schienen politische Motive zuletzt immer unwahrscheinlicher, da es weder Bekennerschreiben noch Bekenneranrufe gab. Statt dessen schien ein krimineller Hintergrund immer wahrscheinlicher. Nach Medienberichten war unter den Verletzten auch ein Mitglied einer Kölner „Rotlichtbande“.

          Der Anschlag war nach den Ermittlungen der Polizei mit einer selbst gebauten und an einem Fahrrad befestigten Bombe verübt worden. Der Sprengsatz „Marke Eigenbau“ bestand aus einer mit Schwarzpulver gefüllten Gasflasche und einem sie umgebenden Behälter aus Kunststoff, der mit langen Nägeln gefüllt war. „Die Bombe war eine Bastelarbeit“, urteilte der Leiter der Staatsschutzabteildung der Kölner Staatsanwaltschaft, Rainer Wolf. Zur Zündung der Bombe hatte der Täter eine Fernbedienung benutzt, wie sie zur Steuerung von Flugzeugmodellen verwendet wird.

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