https://www.faz.net/-gum-rx4s

Tiere : Wal in der Themse ist Londons neue Sensation

  • Aktualisiert am

Premiere: Ein Entenwal in der Themse Bild: AP

Es ist offenbar keine gute Zeit für Wale: Nachdem ein verirrter Finnwal vor Warnemünde regelrecht verhungert ist, hat sich nun ein Entenwal in die Themse verirrt. Fachleute geben ihm keine großen Überlebenschancen.

          1 Min.

          Hunderte Londoner und Besucher der britischen Hauptstadt sind am Freitag Zeugen einer außergewöhnlichen Szene geworden: Ein Wal schwamm mitten im Stadtzentrum die Themse hinauf. Der Ausflug des Meeressäugers wurde live im Fernsehen übertragen. Das ungewöhnliche Ereignis brachte den Verkehr in der Metropole mehrmals zum Stillstand.

          Bei dem Tier handelt es sich um einen Nördlichen Entenwal. Dem Museum für Naturgeschichte zufolge ist es das erste Exemplar dieser Art, das seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1913 in der Themse gesichtet wurde. „Es ist unglaublich“, sagte Liz Downey vom Londoner Aquarium. „Ich habe noch nie einen dieser Wale in Freiheit gesehen.“ Augenzeugen berichteten, das Tier sei zwischen fünf und acht Metern lang. Sie hätten zudem Blut im Wasser gesehen. Polizeiboote verfolgten den Meeressäuger bei seiner Reise flußaufwärts.

          „Er begeht Selbstmord“

          Warum sich der Wal in den Fluß verirrt hat, ist bisher nicht bekannt. Möglicherweise sei das Tier krank, sagte Peter Evans von der Walschutzorganisation „Sea Watch Foundation“. Der Wal könne bis zu 3000 Meter tief tauchen und bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. „Er schwimmt nur dann in flache Gewässer, wenn er krank ist“, sagte Evans. „Und damit begeht er Selbstmord.“ Möglicherweise habe das Tier aber auch einfach nur Fische gejagt und dabei die Orientierung verloren.

          Der Wal auf seinem gefählichen London-Ausflug

          Unter den Zuschauern wuchs die Sorge, als der Wal gleich zweimal kurz hintereinander strandete. Mehrere Menschen sprangen ins Wasser, um das Tier vom Ufer zu vertreiben. Die Zuschauer brachen in Jubel aus, als sich der Wal wieder in tiefere Gewässer der Themse bewegte. „Wir machen uns große Sorgen“, sagte Laila Sadler von der Tierschutzorganisation RSPCA. „Der Wal hat eindeutig die Orientierung verloren.“ Zudem werde der Wasserstand in der Nacht bei Ebbe extrem niedrig sein. Taucher wurden in Alarmbereitschaft versetzt, um notfalls bei einer Rettung helfen zu können.

          Medienberichten zufolge wurde ein zweiter Wal an der Flußmündung in Südostengland gesichtet. Nach Aufzeichnungen der Londoner zoologischen Gesellschaft haben sich im vergangenen Jahr zahlreiche Tiere vom Atlantik in die Themse verirrt, darunter Robben und auch einige Delfine.

          Weitere Themen

          Bisher 300 Hochhausbewohner getestet

          Liveblog zum Coronavirus : Bisher 300 Hochhausbewohner getestet

          350 Personen nach Gottesdiensten in Vorpommern isoliert +++ Niederländische Farmen müssen Nerze töten +++ RKI: 407 bestätigte neue Fälle +++ Medikament Hydroxychloroquine bei Studie durchgefallen +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.
          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt es nichts Gutes.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.