https://www.faz.net/-gum-rzvu

Stardust-Mission : Rückkehr vom Kometen Wild2

  • -Aktualisiert am

Im Test hat's geklappt: Stardust mit Kometenstaub im Wüstensand Bild: Nasa

Staub kann außerordentlich wertvoll sein, wesentlich wertvoller noch als Gold. Zumindest, wenn er von einem Kometen zur Erde gebracht wird.

          4 Min.

          Staub kann außerordentlich wertvoll sein, wesentlich wertvoller noch als Gold. Zumindest, wenn er von einem Kometen zur Erde gebracht wird. Am Sonntag gegen 11.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit soll eine kleine Kapsel mit interplanetarem Staub, den die amerikanische Raumsonde Stardust im Laufe eines halben Jahrs eingesammelt hat, und Staub vom Kometen Wild2, an dem sie Anfang 2004 vorbeigeflogen ist, auf der Erde landen. Die Kapsel, die die Erde im Februar 1999 zusammen mit Stardust verlassen hat, wird samt ihrer kostbaren Fracht von Wissenschaftlern und Technikern mit großer Spannung auf dem Gelände des "Utah Testing and Training Range" der amerikanischen Luftwaffe südwestlich von Salt Lake City zurückerwartet.

          Bislang ist erst ein einziges Mal der Versuch unternommen worden, Materie aus dem Raum jenseits der Mondbahn zur Erde zu holen. Am 8. Oktober 2004 setzte die Rückkehrkapsel der Raumsonde Genesis, die Teilchen aus dem Sonnenwind eingesammelt hatte, zur Landung im selben Gelände in Utah an - und stürzte ab. Damals hat offenbar ein Schalter, mit dem das Öffnen des Fallschirms eingeleitet werden sollte, versagt. Man konnte zwar noch einen Teil der an den Sammelgittern haftenden Partikeln dem Sonnenwind zuordnen, aber die erhoffte Zuordnung zu speziellen Regionen des Sonnenwinds bereitet enorme Schwierigkeiten.

          Zauber für die Wissenschaftler

          Die Kapsel von Stardust ähnelt jener von Genesis, sie ist aber nicht ganz so komplex. Das läßt die Techniker hoffen, diesmal die Fracht unbeschädigt bergen zu können. Außerdem ist der Schalter, der damals wahrscheinlich versagte, vor dem Start der Sonde extra getestet worden, und er hat den Test bestanden.

          Wissenschaftler wollen die Sonde bergen ...

          Der Zauber des jetzt auf der Erde erwarteten kosmischen Materials erschließt sich so recht wohl nur dem Wissenschaftler. Gibt es doch auf unserem Heimatplaneten (neben dem Mondgestein) Tausende von zum Teil recht großen Meteoriten, die aus dem interplanetaren Raum stammen. Und Satelliten und Forschungsflugzeuge haben Partikeln aus dem interplanetaren Raum gesammelt, von denen viele von Kometen zur Erde gelangt waren. Aber niemand weiß, von welchen Kometen. Es ist wie in der Archäologie: Wenn von den Wissenschaftlern der Fundzusammenhang - wie meistens bei Raubgrabungen - nicht hergestellt werden kann, hat der Fund nur noch einen eng begrenzten Wert. Wenn die Wissenschaftler aus der Verteilung der Isotopen in Kometenstaub verläßliche Rückschlüsse ziehen wollen - unter anderem auf die Zustände in der Zeit vor der Entstehung des Sonnensystems -, müssen sie wissen, woher der Staub kommt. Aus dieser Erkenntnis heraus ist die Mission Stardust entstanden.

          Die Höhepunkte der Mission sind schnell zusammengefaßt. Am 22. Februar 2000 wurde mit dem Kollektor der Sonde, der der gitterartigen Struktur der Schlagfläche eines Tennisschlägers ähnelt und mit einem extrem leichten Aerogel gefüllt ist, zum ersten Mal während des Fluges Staub aus dem interplanetaren Raum aufgesammelt.

          12,8 Kilometern pro Sekunde

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Noch ist der Rote Platz in Moskau menschenleer, doch ab Juni will die russische Regierung die Corona-Restriktionen lockern.

          Trotz hoher Corona-Zahlen : Russland beginnt mit größeren Lockerungen

          Seit mehr als zwei Monaten gibt es in Moskau – Europas größter Stadt – strenge Ausgangssperren. Obwohl die Corona-Zahlen weiter viel stärker steigen als etwa in Deutschland, dürfen die Menschen zumindest zeitweise auf die Straße gehen, Läden sollen öffnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.