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Raumfahrt : „Die Discovery ist zu Hause“

  • Aktualisiert am

Die „Discovery” auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards Bild: REUTERS

Die Nasa-Raumfähre „Discovery“ ist von ihrem Besuch zur Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt. Die amerikanische Raumfähre setzte um 14.12 Uhr MESZ sicher auf kalifornischem Boden auf. Kommandantin Eileen Collins meldete von Bord: „Wir sind froh, zurück zu sein“.

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          Die amerikanische Raumfähre „Discovery“ ist am Dienstag sicher auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien gelandet. Pünktlich um 14.12 Uhr MESZ setzte die Fähre auf der Erde auf.

          Die Nasa hatte zuvor zwei Möglichkeiten zur Landung des Shuttles in Florida wegen des dort herrschenden schlechten Wetters verstreichen lassen und dann die Landung bei Dunkelheit in Kalifornien beschlossen.

          Landung in Florida favorisiert

          Normalerweise favorisiert die amerikanische Raumfahrtbehörde eine Landung in Florida, da die Raumfähre ansonsten für den nächsten Start wieder nach Cape Canaveral transportiert werden muß, was recht teuer ist. Da half es auch nichts mehr, dass die Besatzung an diesem Dienstag mit dem Beatles-Song „Good Day Sunshine“ geweckt wurde. Die „Discovery“ war mit ihren sieben Astronauten zwei Wochen im All.

          Erfolgreiche Landung

          Wegen des Unglücks der „Columbia“ vor zweieinhalb Jahren, die beim Landeanflug auseinander gebrochen war, wurde die Landung dieses Mal mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Ursache des Unglücks war ein Schaden am Hitzeschild gewesen, den ein Stück abgebrochener Isolierschaum beim Start verursacht hatte.

          Erfolgreicher „Deorbit Burn“

          Um kurz vor 13 Uhr (MEZ) hatte das Kontrollzentrum der „Discovery“-Kommandantin Collins das Signal gegeben, die Mannschaft könne sich auf das Bremsmanöver vorbereiten. Alles deute auf eine „weiche Landung“ hin. Um 13.06 Uhr (MEZ) war der entscheidende Moment für die Einleitung der Landung erreicht. Für zwei Minuten und 42 Sekunden wurden die Bremsraketen gezündet („Deorbit Burn“), um die Geschwindigkeit der Raumfähre, die zu diesem Zeitpunkt rund 28.000 Stundenkilometern betrug, für den Eintritt in die Erdatmosphäre zu verlangsamen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die „Discovery“ mit Pilot Jim Kelly am Steuer über dem Indischen Ozean nördlich von Madagaskar.

          Kurz bevor die „Discovery“ der starken Reibungshitze beim Eintritt in die Erdatmosphäre ausgesetzt wurde, war die „Nase“ der Raumfähre auf etwa 40 ° über dem Horizont gehoben worden, damit die schwarzen Hitzeschutzkacheln am Bauch des Shuttles die Raumfähre vor den Temperaturen von rund 1.600 Grad Celsius schützten. Um 13.40 Uhr (MEZ) war es dann soweit: Die Discovery flog zurück in die Erdatmosphäre. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Raumfähre über den Cook Inseln im Südpazifik, noch etwa 7.700 Kilometer vom Luftwaffenstützpunkt Edwards entfernt. Sie nahm dann einen nordöstlichen Kurs mit einer Geschwindigkeit von zunächst immer noch mehr als 27.000 Stundenkilometern. Während des weiteren Abstiegs neigte sich die „Discovery“ vier Mal von einer Seite zur anderen, um die Geschwindigkeit weiter zu senken.

          „Wir sind froh, zurück zu sein“

          Auf dem letzten Teil der Reise verwandelte sich das Raumfahrzeug zudem zurück in ein Flugzeug, das auch mit Hilfe des Heckruders gesteuert wurde. Kurz vor der Landung übernahm Kommandantin Eileen Collins von Pilot Jim Kelly das Steuer. Ihrem Ziel, der Landebahn 22 auf dem Stützpunkt Edwards, näherte sich die „Discovery“ schließlich von der Westküste her, die sie nördlich von Los Angeles überflog. Um 14.12 Uhr (MEZ) war dann auf Direktbildern der Nasa zu sehen, wie die Raumfähre noch in Dunkelheit auf dem Boden aufsetzte.

          „Die Discovery ist zu Hause“, meldete das Kontrollzentrum in Houston. „Wir sind froh, zurück zu sein“, meldete Kommandeurin Eileen Collins von Bord.

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