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Raumfahrt : Computerprobleme auf der ISS behoben

  • Aktualisiert am

Arbeitsplatz Weltall: Jim Reilly und John Olivas an der ISS Bild: dpa

Nicht nur die bevorstehende Reparatur der Raumfähre „Atlantis“ im All bereitet der Nasa Sorgen. Erst nach stundenlanger Arbeit konnten Computerprobleme in der Raumstation ISS beseitigt werden. Eine Evakuierung schien nicht ausgeschlossen.

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          Auf der Internationalen Raumstation ISS sind Computerprobleme aufgetreten, die im schlimmsten Fall zur Evakuierung der Station hätte führen könnten. Drei russische Computersysteme waren gleichzeitig ausgefallen, die sowohl für die Navigation wie auch für lebensnotwendige Systeme zuständig seien, teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwoch mit. In stundenlanger Arbeit gelang es den Ingenieuren, die Panne schließlich zu beheben. Die Befürchtung, eine Evakuierung könnte nötig werden, bewahrheitete sich damit nicht.

          Der Direktor des ISS-Programms, Mike Suffredini hatte diese Aussicht mit den Worten kommentiert: „Das wäre aber der schlimmste Fall, der eintreten könnte.“ Er war jedoch sich zuversichtlich, dass die Nasa der Lage Herr werde - und behielt letztlich recht. Nasa-Vertretern zufolge gab es bereits mehrfach Computerprobleme auf der ISS, die jedoch nie alle drei Systeme gleichzeitig betrafen.

          Atlantis verlängert ungewollt ihren Aufenthalt

          Die amerikanische Raumfahrtbehörde will ihre beschädigte Raumfähre „Atlantis“ während des dritten Außenbordeinsatzes am Freitag reparieren. Die eingerissene Isoliermatte am Heck soll aber nicht wie ursprünglich vorgesehen mit Nadel und Faden genäht, sondern wie eine Schnittwunde bei einer Operation geklammert werden, erläuterte Nasa-Flugdirektor John Shannon am Mittwochabend im Kontrollzentrum in Houston. Beim Start der „Atlantis“ hatte sich am vergangenen Freitag eine 10x15 Zentimeter große Ecke einer Isoliermatte am linken oberen Heck gelöst. Diese steht jetzt wie ein Dreieck in die Höhe und könnte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu einer Hitzebeschädigung der Außenhaut der „Atlantis“ führen.

          Während des nächsten Außeneinsatzes am Freitag sollen jetzt Danny Olivas und John Reilly die hervorstehende Ecke herunterdrücken und dann mit der Nebenmatte zusammenklammern. Sollte dies nicht ausreichen, werde die Stelle zusätzlich noch genäht, sagte Shannon.

          Überstunde im Weltall

          Der zweite Außeneinsatz von zwei Astronauten verlief am Mittwoch nach Angaben der Nasa zwar erfolgreich, aber nicht optimal. Mit einer Arbeitszeit von 7 Stunden und 16 Minuten mussten Patrick Forrester und Steve Swanson eine Überstunde im freien Weltall einlegen. Dennoch arbeiteten sie ihren Laufzettel nicht ab.

          Gleich zu Beginn gab es den erwarteten Ärger mit einem sechseinhalb Jahre alten Sonnensegel, das sich nicht automatisch zusammenfalten ließ. Wie bei einem neuen Stadtplan, legten sich einige Segmente in die falsche Richtung. Astronaut Forrester musste dann mit Spezialwerkzeug, einer Art selbst gefertigten, nicht metallischen Hockeyschläger, Hand anlegen und die Segmente wie bei einer klemmenden Jalousie neu ausrichten. Nach mehr als anderthalb Stunden gab der amerikanische Astronaut seine Bemühungen auf. Die „Atlantis“-Crew will jetzt am Donnerstag von der Raumstation aus versuchen, das Solarpaneel automatisch in seine Box zurückzufahren. Sollte dies nicht gelingen, müssen die Raumfahrer Olivas und Reilly am Freitag während ihres Außenbordeinsatzes erneut eingreifen. Das alte Solarpaneel, das dem Paar neuer Sonnensegel im Wege steht, soll entfernt und später an anderer Stelle der ISS wieder angebracht werden.

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