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Neue Vogelgrippe-Fälle : Sorge um das Nutzgeflügel

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Trotz der neuen Fälle von Vogelgrippe in Nürnberg besteht nach Ansicht der Experten keine erhöhte Infektionsgefahr. Anders sieht das beim Nutzgeflügel aus. Mit erhöhter Wachsamkeit müsse ein Übergreifen verhindert werden.

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          Nach dem Nachweis der Vogelgrippe bei sechs toten Wildvögeln in Nürnberg hat der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas C. Mettenleiter, zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Die Bundesländer sollten den Nachweis in Nürnberg zum Anlass nehmen, ihre Vogelgrippe-Risikogebiete zu überprüfen, sagte Mettenleiter am Montag auf der Insel Riems.

          „Wir müssen aufpassen, dass das Virus nicht in einen Nutzgeflügelbestand hineingetragen wird“, ergänzte er. Trotzdem sei der Nachweis kein Grund, in Panik zu verfallen: „Es ist keine erhöhte Gefährdungslage für die Bevölkerung gegeben.“ Bei Einhaltung der normalen Hygieneregeln gebe es keine Gefahr für den Menschen. „Tote Tiere sollten nicht angefasst werden. Verendete Wasservögel sollten aber den Behörden gemeldet werden“, sagte Mettenleiter.

          Risikostufe gerade erst herabgesetzt

          Aus Sicht des FLI gibt es nach den lokal begrenzten Vogelgrippefällen in Nürnberg derzeit keine Veranlassung, bundesweit das Risiko höher einzustufen und die Bestimmungen zur Stallpflicht zu verschärfen. Erst im April hatte das Institut nach neun Monaten ohne Nachweis des Erregers in Deutschland das Übertragungsrisiko durch Wildvögel von „hoch“ auf „mäßig“ herabgestuft.

          Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts
          Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts : Bild: dpa

          Allerdings schließt Mettenleiter ein Umsteuern nicht aus. „Sollte es zu einer größeren Ausbreitung kommen, von der wir derzeit eher nicht ausgehen, könnte eine Verschärfung der Bestimmungen jedoch nicht ausgeschlossen sein“, sagte der Wissenschaftler. Die Nachweise in Nürnberg wie auch der bislang letzte Fund in Deutschland im August 2006 bei einem Schwan in einem Dresdner Zoo hätten gezeigt, dass das Virus auch im Sommer aktiv sei. Woher genau des Virus nun kommt, ist auch für die Experten des Bundes derzeit allerdings noch nicht nachvollziehbar. Auch sei noch nicht klar, ob es sich um ein „lokales Seuchengeschehen“ handelt oder ob die Gefahr besteht, dass sich die Tierseuche weiträumig ausbreiten könnte.

          Seit 2006 12.000 Tiere untersucht

          Seit Herbst 2006 wurden in einem Vogelgrippe-Monitoring-Programm deutschlandweit rund 12.000 tote Wildvögel auf Vogelgrippe untersucht. „Bisher wurden keine weiteren Funde aus anderen Regionen Deutschlands gemeldet“, sagte Mettenleiter. Der Ausbruch der Vogelgrippe Ende Januar in Ungarn, der Folgeausbruch in Großbritannien sowie der Nachweis der Seuche vor einer Woche in einem Truthahnbestand in Tschechien hätten aber gezeigt, dass das Virus noch immer in Europa vorhanden sei. „Es lässt sich weder zeitlich noch räumlich vorhersagen, wo das Virus zuschlägt“, ergänzte Mettenleiter. Der in Nürnberg nachgewiesene Erreger soll nun mit den Viren aus Ungarn und Tschechien verglichen werden.

          Der Präsident des FLI geht davon aus, dass aufgrund der aktuellen Ereignisse nun auch wieder mehr tote Tiere gemeldet werden. „Die öffentliche Wahrnehmung ist nach den Nachweisen in Nürnberg wieder deutlich höher geworden.“

          Nun 15 Verdachtsfälle

          Experten des FLI sind inzwischen unterwegs nach Nürnberg, um die Gründe für den Ausbruch zu erkunden. Unterdessen hat sich die Zahl der Vogelgrippe-Verdachtsfälle auf 15 erhöht. Dies teilte ein Sprecher der Stadt Nürnberg am Montag mit. Bisher war von 14 Fällen die Rede

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