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Amerika : Hirntote Frau von Baby entbunden

  • Aktualisiert am

Eine hirntote Schwangere, die zur Rettung des Kindes drei Monate lang künstlich am Leben gehalten wurde, ist im amerikanischen Bundesstaat Virginia von einem Mädchen entbunden worden.

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          Eine hirntote Krebspatientin aus der Nähe von Washington ist im siebten Schwangerschaftsmonat durch Kaiserschnitt von einem Mädchen entbunden worden.

          Das Kind wog bei der Geburt am Dienstag morgen etwa 810 Gramm und war 35 Zentimeter groß. Ein Onkel sagte, die kleine Susan Anne Catherine scheine gesund zu sein und werde auf der Intensivstation für Frühgeborene betreut. Die 26 Jahre alte Mutter, Susan Torres aus Arlington, war im Mai aufgrund eines Hirntumors ins Koma gefallen und seitdem durch medizinische Geräte am Leben erhalten worden.

          Am Mittwoch wurde dann die künstliche Beatmung und Ernährung der Immunbiologin eingestellt, wie die behandelnden Ärzte mitteilten. Die gläubige Katholikin starb, nachdem sie die Krankensalbung der Kirche erhalten hatte.

          Frau war an Krebs erkrankt

          Der Ehemann der Patientin, Jason Torres, hatte im Einklang mit seinen Schwiegereltern entschieden, daß seine Frau künstlich am Leben erhalten werden solle, bis das Ungeborene weit genug entwickelt sei, um außerhalb des Mutterleibs leben zu können. Nach Angaben von Familienangehörigen hatten sich die Krebstumore in Susan Torres Körper in den vergangenen Wochen auf die Lymphknoten, die Lunge, die Leber und andere lebenswichtige Organe ausgedehnt. Die Befürchtung, daß auch die Plazenta befallen werden könne, hatte sich aber zumindest bis zur vergangenen Woche nicht bewahrheitet.

          Die Ärzte im Virginia Hospital Center in Arlington und die Familienangehörigen teilten zunächst nicht mit, warum entschieden wurde, das Kind am Dienstag zur Welt zu bringen. Ärzte hatten zuvor gesagt, das Kind habe nur eine Überlebenschance, wenn es nicht vor der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt komme, die vergangenen Monat erreicht wurde. Zugleich wuchs aber die Sorge, das Ungeborene könne durch Entzündungen im Mutterleib gefährdet werden.

          Behandlung kostete mehr als eine Million Dollar

          Der Ehemann der Patientin hatte das Schicksal seiner Frau an die Öffentlichkeit gebracht, da er auf Spenden zur Deckung der Behandlungskosten angewiesen war, die bei mehr als eine Million Dollar liegen. Bislang konnte die Familie, die noch einen zwei Jahre alten Sohn hat, Spenden von mehr als 400.000 Dollar sammeln.

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