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Nachlaß-Streit : Der Hendrix-Clan

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Würde sich über seine Familie wohl wundern: Jimi Hendrix Bild: dpa

Intrigen, Streitereien, möglicherweise auch ein manipuliertes Testament? Die Angehörigen des verstorbenen Rockgitarristen Jimi Hendrix streiten sich immer noch darum, wer an Jimis Musik verdienen darf.

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          Mehr als 30 Jahre nach dem Tod von Jimi Hendrix kämpfen die Angehörigen noch immer vor Gericht um das Vermögen des legendären Gitarristen. Bruder und Stiefschwester streiten darum, wer von dem umfangreichen Nachlaß des Rockstars der und den Tantiemen seiner posthum veröffentlichten Songs profitieren soll.

          Im Mittelpunkt des jüngsten Prozesses, der seit Montag in Seattle läuft, steht das Testament von Jimis Vater Al Hendrix. Er hatte nach dem Tod seines Sohnes 1970 alle Rechte an dessen Musik geerbt. Jimis Bruder Leon erklärte, er sei zugunsten seiner Stiefschwester Janie aus dem Testament gestrichen worden. Janie Hendrix leitet gemeinsam mit Jimis Cousin Robert Hendrix die Firma, die den Nachlaß verwaltet, Experience Hendrix LLC.

          Leon aus Testament gestrichen

          Leons Anwalt Robert Curran bezeichnete vor Gericht die Familie Janies als gierig und verwies auf ihren luxuriösen Lebensstil. Dagegen lebten andere Angehörige, die nach dem letzten Willen von Al Hendrix ebenfalls Geld erhalten sollten, in Armut. Der 56jährige Leon will mit seiner Klage erreichen, daß Janie als Chefin des Unternehmens zurücktritt und daß er wieder in das Testament eingefügt wird. Al Hendrix starb 2002 im Alter von 82 Jahren.

          Nach einem Testament aus dem Jahr 1996 sollte Leon Hendrix 24 Prozent des Nachlasses erhalten, seine Stiefschwester 38 Prozent. Der Rest sollte an andere Familienmitglieder gehen. Das Dokument wurde jedoch 1997 überarbeitet. Leon wurde danach in dem Dokument nicht mehr erwähnt.

          Janies Anwalt erklärte, Al Hendrix habe sein Testament auf eigenen Wunsch geändert. Die Gegenseite führte dagegen an, Al sei nicht mehr in der Lage gewesen, juristische Zusammenhänge zu verstehen.

          Anwalt handelte mit Jimis Musik

          Jimi Hendrix hat vor seinem Tod nur drei Alben veröffentlicht, hinterließ jedoch zahlreiche unveröffentlichte Songs. Die ersten 20 Jahre nach seinem Tod verwaltete ein Anwalt den Nachlaß und verkaufte zahlreiche Rechte an den Titeln. Auf Drängen von Janie Hendrix verklagte Al Hendrix Anfang der neunziger Jahre den Anwalt, um die Rechte zurückzubekommen. Eine außergerichtliche Einigung trieb das Unternehmen in die roten Zahlen. Janie Hendrix erklärte, ihr Vater habe nicht gewollt, daß Angehörige Zahlungen erhielten, bis die Schulden abgetragen seien. Damit wird erst für 2010 gerechnet.

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