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Nach Attacke in Paris : Hauptverdächtiger gesteht Messerangriff

Einsatzkräfte in Paris nach dem Messerangriff am Freitag in der Nähe der früheren Büros der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Bild: EPA

In der Nähe der früheren Büros der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ wurden vier Menschen mit Messern angegriffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer Straftat mit terroristischem Hintergrund.

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          Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris hat nach einem Messerangriff ein Ermittlungsverfahren wegen einer Straftat mit terroristischem Hintergrund eröffnet. Um kurz vor 12 Uhr wurden mitten in der französischen Hauptstadt vier Passanten angegriffen. Die Polizeipräfektur korrigierte vorherige Angaben und sprach von zwei Verletzten. Am Freitag wurden zwei Verdächtige gefasst. Eine der Tatwaffen soll eine Machete gewesen sei. Der 18 Jahre alte Hauptverdächtige gestand im Polizeiverhör die Messerattacke. Er stammt laut französischen Presseinformationen aus Pakistan. Die Messerattacke ereignete sich in der Nähe der Straße Nicolas Appert im 11. Arrondissement, in der die Charlie-Hebdo-Redaktion beim Terroranschlag am 7. Januar 2015 untergebracht gewesen war.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Premierminister Jean Castex und Innenminister Gérald Darmanin machten sich am Freitagnachmittag auf den Weg zum Tatort. In Frankreich weckte das Erinnerungen an den 7. Januar 2015. ​Zuvor hatte Castex umgehend sein Besuchsprogramm in einem Pariser Vorort beendet und sich in die Terror-Krisen-Zentrale begeben.

          Die Fernsehproduzentin Elise Vincent teilte in einer Livesendung mit, dass zwei Mitarbeiter ihrer Produktionsfirma „Première Ligne“  bei der Messerattacke verletzt worden seien. Die TV-Produktionsfirma ist auf investigativen Journalismus spezialisiert und nutzt Räumlichkeiten im Gebäude in der Rue Nicolas Appert, in der die Redaktion von Charlie Hebdo zur Zeit des Anschlags vor fünf Jahren ihre Redaktionsbüros hatte.

          In allen Kindergärten und Schulen in den benachbarten Pariser Stadtvierteln wurde Terroralarm gegeben, die Kinder dürfen bis auf weiteres die Gebäude nicht verlassen. Die Pariser Polizeipräfektur riet Anwohnern, in ihren Wohnungen zu bleiben und allen anderen Hauptstadtbewohnern, den Sektor zu meiden.

          Einsatzkräfte versorgen einen Verletzten in der Nähe der früheren Büros der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“
          Einsatzkräfte versorgen einen Verletzten in der Nähe der früheren Büros der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ : Bild: AFP

          Bei der Polizei waren seit Anfang September Morddrohungen und Anschlagswarnungen eingegangen. Die Personalchefin von Charlie Hebdo musste an einen sicheren Ort gebracht werden. „Ich hatte zehn Minuten, um zu packen und mein Zuhause zu verlassen“, berichtete Marika Bret in der jüngsten Ausgabe des Wochenmagazins „Le Point“. Das sei „sehr heftig“ gewesen. Doch seien die in der vergangenen Woche eingegangenen Drohungen konkret genug gewesen, um sie ernst zu nehmen.

          Anfang September hat der Prozess gegen 14 mutmaßliche Helfer der Attentäter begonnen, die vom 7. bis zum 9. Januar 2015 Angst und Terror säten. Die Terrororganisation Al Qaida drohte von neuem der Charlie-Hebdo-Redaktion, weil diese die umstrittenen Mohammed-Karikaturen nachgedruckt hatte. Am Mittwoch riefen hundert französische Redaktionen in einem Aufruf zur Unterstützung der Zeitung und zur Verteidigung der Meinungsfreiheit auf.  „Die Feinde der Freiheit müssen verstehen, dass wir alle zusammen ihre unerschütterlichen Gegner sind, unabhängig von unseren Meinungsverschiedenheiten oder Überzeugungen“, heißt es in dem Aufruf.

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