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Nach dem Taifun Haiyan : Notstand auf den Philippinen ausgerufen

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Bild der Verwüstung: Tacloban ist eine der am schwersten betroffenen Städte auf den Philippinen Bild: AP

Der philippinische Präsident Aquino hat den nationalen Notstand ausgerufen. Auch vier Tage nach dem schweren Taifun Haiyan können Helfer auf den Philippinen noch immer nicht alle Regionen erreichen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer auf weit über 10.000 steigen könnte.

          Nach dem Taifun „Haiyan“ hat der philippinische Präsident Benigno Aquino am Montag den nationalen Notstand ausgerufen. Dieser Schritt war zuletzt am 7. Dezember 2012 nach dem Taifun „Pablo“ sowie am 20. Dezember 2011 nach dem Tropensturm „Sendong“ erfolgt. Mit der Ausrufung des Notstands sind Preiserhöhungen für Lebensmittel und bestimmte Güter des täglichen Bedarfs sowie Medizin und Treibstoffe verboten. Zugleich verpflichtet sich die Regierung zu zinsfreien Darlehen für Katastrophenopfer.

          Als Soforthilfe für die betroffenen Regionen stellte Aquino am Montag weitere 19 Millionen Euro bereit. Für Wiederaufbauhilfe könne der Staat auf insgesamt 323 Millionen Euro aus Nothilfe-Fonds und Reserven zurückgreifen. Vorrangig sei die Verteilung von Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten in den am schwersten betroffenen Gebieten, so Aquino. „Mein Appell an Sie alle ist: Die Ruhe zu bewahren, zu beten, zu kooperieren und einander zu helfen. Das ist das, was uns aus dieser Katastrophe wieder aufhilft“, sagte der Präsident.

          Hilfstransport: Auch in die besonders stark betroffene Region Leyte versuchen die Hilfskräfte Medizin und Lebensmittel zu fliegen. Bilderstrecke

          22 Staaten haben Hilfe angeboten

          Nach dem Taifun „Haiyan“ ist die internationale Hilfe in den Philippinen angelaufen. Wie das Außenministerium in Manila am Montag mitteilte, boten bislang 22 Staaten sowie die EU und Taiwan ihre Unterstützung an. Die Leistungen umfassen die Entsendung von Such- und Rettungsteams und medizinischem Personal, die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Zelten, Decken und anderen Hilfsgütern, Sendungen von Impfstoffen und Medikamenten, die Bereitstellung von Schiffen und Flugzeugen sowie Geldspenden.

          Aus Deutschland war am Sonntagabend ein Großraum-Airbus mit 25 Tonnen Hilfsgütern in Manila eingetroffen. An Bord hatte die Maschine laut Lufthansa-Angaben 5.400 Fleece-Decken, 3.000 Plastikplanen und Zelte sowie dringend benötigte Medizintechnik. Das Hilfspaket war binnen 36 Stunden von den Hilfsorganisationen World Vision und I.S.A.R Germany in Kooperation mit dem Flugunternehmen auf den Weg gebracht worden.

          Außer Deutschland entsandten Belgien, Ungarn, Israel, Japan, Malaysia, Russland, die Türkei und die Vereinigten Staaten Rettungsteams in das Katastrophengebiet. Die Vereinten Nationen sagten laut der philippinischen Regierung Bemühungen um weitere internationale Finanzhilfe zu. Die UN erarbeiteten derzeit einen Maßnahmenkatalog für die betroffenen Gebiete. Von der philippinischen Armee seien Techniker und ein Bataillon für Sonderaufgaben in die Stadt Tacloban entsandt worden.

          Papst Franziskus spendet 150.000 Dollar für die Opfer

          Auch Papst Franziskus hat 150.000 Dollar (112.000 Euro) für Katastrophenhilfe gespendet. Das Geld werde über den päpstlichen Rat für humanitäre Hilfe „Cor Unum“ an die katholische Kirche auf den Philippinen weitergeleitet, wie der Vatikan am Montag mitteilte. Mit der Spende bekunde Franziskus zugleich „geistliche Nähe und väterliche Ermutigung“.

          Unterdessen bemüht sich das philippinische Gesundheitsministerium, mehr medizinisches Personal zu mobilisieren. In der betroffenen Region der östlichen Visayas-Inseln waren nach Regierungsangaben vom Montag unmittelbar nach dem Sturm 56 medizinische Mitarbeiter des Katastrophenschutzes eingesetzt. Die Region umfasst 21.400 Quadratkilometer.

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