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Raumfahrt : Nach dem Mars - die Venus

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So soll sich die Venus-Mission dem Planeten nähern Bild: Esa

Nur 15 Tage nach dem Start der Mars-Mission hat die europäische Raumfahrt sich entschieden, im Jahr 2005 eine Raumsonde zur Venus zu schicken.

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          Nach dem erfolgreichen Start der Mars-Mission vor 15 Tagen hat sich die europäische Raumfahrt entschieden, im Jahr 2005 eine Sonde zum Planeten Venus zu schicken. Die europäische Raumfahrtbehörde Esa und die europäisch-russische Starsem unterzeichneten am Dienstag einen Vertrag, der den Transport der Mission ins All mit einer Sojus-Rakete sichert.

          Damit entscheiden sich die Europäer zu wiederholtem Male für die erprobte russische Rakete, die schon Flüge zur Mir und zur Internationalen Raumstation ISS ins All brachte. Die Entscheidung für Sojus setzt eine lange Zusammenarbeit zwischen Europa und Rußland in der Raumfahrt fort. So gaben die beiden Partner kürzlich bekannt, einen Startplatz für Sojus-Raketen im europäischen Raumhafen in Kourou in Französisch Guyana zu errichten. Und auch der Unterzeichnungsort hat Tradition. Auf der Airshow in Le Bourget bei Paris werden Jahr für Jahr Neuigkeiten der Luft- und Raumfahrt verkündet.

          Riesige Eruptionen und hochaktive Atmosphäre

          Die Venus-Mission soll im November 2005 vom Raumbahnhof Baikonur in Kasachstan starten. Sie wird die erste Esa-Mission sein, die den erdnächsten Planeten besucht. Als Vorbild für den Aufbau der Sonde soll das Mars-Mission-Modell dienen. So sollen die Erkenntnisse und Forschungen, die bei und für die Mars-Mission erprobt wurden, der Wissenschaft auf der Venus-Mission zu Gute kommen.

          So soll die Venus-Mission den Planeten umkreisen

          Die Venus ist deshalb als Ziel für eine Mission interessant, weil sie einerseits der Erde in Größe und Masse stark ähnelt. Andererseits sind die Temperaturen auf der Venus viel höher und die Atmosphäre besteht aus giftigen Gasen in schneller Bewegung. Die Venus dreht sich nur ein Mal alle 243 Tage, die Atmosphäre rotiert hingegen sehr schnell. Viele der Prozesse in der umgebenden Gasschicht sind mit irdischen Mustern nicht zu erklären.

          Auch die Oberfläche der Venus gibt Rätsel auf. Im Gegensatz zur Erde, bei der Vulkanismus relativ kontinuierlich die Oberfläche verändert, scheint die Venus alle Energie aufzustauen, um in riesigen Eruptionen die gesamte Oberfläche zu erneuern. Das letzte Mal scheint das vor 500 Millionen Jahren passiert zu sein. Die auf der Venus gefundenen Krater weisen dieses für irdische Verhältnisse junge Alter auf.

          Antworten auf offene Fragen

          Nach einigen Missionen der Amerikaner und der Russen rückte die Venus aus dem wissenschaftlichen Fokus. Die Venus-Mission der Esa soll jetzt einige der Fragen, die den nahen Planeten immer noch geheimnisvoll machen, klären.

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