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Buschbrände in Australien : Nähen für Koala-Pfoten

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Nicht gerade schnell, dafür mitleiderregend putzig: ein Koala-Bär Bild: dpa

Menschen auf der ganzen Welt haben Mitleid mit Koalas, die sich bei Buschbränden die Pfoten verbrannt haben. Nach einem Aufruf von Tierschützern haben Tausende Handschuhe für die Tiere genäht. Jetzt muss noch den verwaisten Kängurus geholfen werden.

          Koalas sind nicht eben wehrhaft, wenn um sie herum der Busch in Flammen steht. Die Tiere bewegen sich relativ langsam und ihre bevorzugten Bäume, die Eukalyptusbäume, brennen wie Zunder. Die Koalas verbrennen sich die Pfoten, wenn sie sich an glühenden Stämmen festhalten. Auch bei den jüngsten Buschbränden in Australien ist es wieder einmal vielen Tieren so ergangen.

          Das Schicksal der Koalas rührte Menschen in aller Welt. Eine australische Tierschutzorganisation erhielt auf die Bitte um schützende Baumwollhandschuhe für die Tiere tausende Pakete. Mit Handschuhen sei die Organisation jetzt mehr als eingedeckt, sagt Josey Sharrad  vom International Fund for Animal Welfare (IFAW).

          Aber nun will die Organisation die Welle der Hilfsbereitschaft dazu nutzen, auch den Känguru-Babys zu helfen, die bei den Bränden ihre Mütter verloren haben. Die jungen Tiere brauchen aber nicht Handschuhe wie die Koalas, sie sind stattdessen auf warme Beutel angewiesen, um heranwachsen zu können. Der IFAW bittet die Bevölkerung deshalb darum, jetzt Baumwoll-Beutel zu nähen. Ein Schnittmuster steht auf der Homepage zum Download bereit.

          Wie der „Guardian“ berichtet, befinden sich derzeit neun Kängurus im Zoo in Adelaide, um sich von den Verletzungen, die sie sich bei den Buschbränden zugezogen haben, zu erholen. Und sie brauchen eine intensivere Betreuung als andere Tiere mit Brandverletzungen: „Bei diesen Fällen, die wir rund um die Uhr betreuen, müssen wir die Wunden und Blasen behandeln, die tote Haut entfernen und die Verbrennungen an Füßen, ihrem Schwanz, den Klauen und den Ohren reinigen und desinfizieren, um Infektionen zu vermeiden“, sagt Zoo-Tierarzt David McLelland. Die IFAW benötige nun möglichst viele Beutel, so die Organisation. Denn „der Bedarf ist groß und steigt jeden Tag, wenn neue, von den Bränden betroffene Känguru-Junge, zur Betreuung kommen“.

          Die Tierschützer hoffen auf einen ähnlichen Erfolg wie zuvor bei den Koalas. „Die Bitte an die Australier, zu helfen, war eine lokale Aktion, aber das Ganze ist zum weltweiten Phänomen geworden“, sagte Sharrad am Dienstag. „Wir haben sogar Angebote aus Russland Kasachstan, China, Großbritannien und den USA bekommen.“

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