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Nach Abdankung des Königs : Freudentänze der Elefanten

  • -Aktualisiert am

Twitter lässt die Elefanten tanzen Bild: @JuanfraEscudero/Twitter

Nach der Abdankung von Juan Carlos tanzen im Internet die Elefanten, die seine Jagdausflüge überlebt haben. Der scheidende König wird den Spott im Netz gelassen nehmen, seinen Sinn für Humor hat er mehrfach bewiesen.

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          Nicht alle Reaktionen auf die Abdankung des spanischen Königs Juan Carlos sind mitfühlend oder auch nur geschmackvoll. Da ist das Bild von Freudentänzen, die einige Elefanten angeblich in Botswana aufführen, weil sie den passionierten Großwildjäger überlebt haben. Auch die Fotomontage im Auto mit einer an Berlusconi erinnernden „Velina“ und dem Untertitel „Auf, jetzt wird gefeiert“ dürfte weder Königin Sofía noch dem ernsten Kronprinzen Felipe gefallen, der dem scheidenden König nachfolgen soll.

          Dabei hat der Monarch selbst Sinn für Humor und kann auf seine volkstümlich gewinnende Art durchaus Selbstironie demonstrieren. Seine entwaffnende Spontaneität trug ihm nicht nur immer wieder Sympathien ein. Sie rettete ihn auch aus manch heikler Lage. So wurde er einmal im Baskenland von carlistischen Anhängern eines konkurrierenden Bourbonen eingekreist, die mit General Francos Wahl für die Nachfolge als Staatsoberhaupt gar nicht einverstanden waren. „Es lebe der König X“, riefen sie ihm zu. Er erwiderte lachend: „Hoch soll er leben!“

          Die meisten Späße, Karikaturen und Fotomontagen, die sich in Spanien in Windeseile verbreiteten, hatten weder Seitensprünge noch Jagdfreuden zum Thema, sondern aktuelle soziale Themen. Sie zeigten wahlweise die ganze königliche Familie oder nur Kronprinz Felipe in der Schlange vor dem Arbeitsamt, machten aber eine bemerkenswerte Ausnahme: Der 46 Jahre alte „Langzeitarbeitslose“ Felipe habe nun doch eine ordentliche Anstellung gefunden. Damit kontrastiert voll falschen Mitleids ein Porträt des englischen Kronprinzen Charles mit der Aufschrift: „Mama, was wird aus mir?“

          Der König, der in Spanien in dem sprichwörtlichen Ruf steht, „zum Brot immer Brot und zum Wein immer Wein zu sagen“, also die Dinge beim Namen zu nennen, hat sich in Gastronomie und Landwirtschaft selbst bei dem Besuch einer Gemüseplantage in Navarra einen bleibenden Namen gemacht. Beim Anblick und Verzehr leckerer Spargel entfuhr ihm: „Die sind aber wirklich geil.“ Daraufhin änderte der Hersteller sogleich die Etiketten auf Dosen und Gläsern. Seine Spargeln heißen seitdem mit königlichem Plazet „Cojonudos“.

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