https://www.faz.net/-gum-7ijg0

Mysteriöses Zottelwesen : Neue Spuren zum Yeti

  • Aktualisiert am

Eine Zeichnung des Yeti vom vermeintlichen Augenzeugen A.G. Pronin aus dem Jahr 1967 Bild: picture alliance / dpa

„Aufregende und völlig unerwartete Ergebnisse“ - ein britischer Genforscher hat Gewebeproben aus dem Himalaya untersucht und erstaunliche Parallelen entdeckt. Steht das Mysterium Yeti damit vor der Aufklärung?

          Der britische Genforscher Bryan Sykes glaubt, dem Mysterium um den Yeti dicht auf der Spur zu sein. „Ich denke, er könnte eine Menge mit dem Eisbären gemeinsam haben“, sagte Sykes der BBC. Mit moderner DNA-Technik glaubt der Wissenschaftler, das Rätsel um das Fabelwesen gelöst zu haben.

          Er habe von selbsternannten Augenzeugen aus aller Welt Haar- und Gewebeproben erhalten, die angeblich nach Sichtungen des Zottelwesens genommen worden seien, erklärte Bryan Sykes von der Universität Oxford am Donnerstag. Zwei davon stammten demnach aus dem Himalaya-Gebirge und waren identisch mit DNA aus dem in Norwegen gefundenen Kieferknochen eines Urahnen des heutigen Eisbären. Dieser habe vor 40.000 bis 120.000 Jahren gelebt.

          Der Yeti ist ein stark behaartes, zweibeiniges Wesen, das in Fabeln und anderen Erzählungen vor allem im Himalaya angesiedelt und häufig als affenähnliche Gestalt beschrieben wird. Doch auch in Nordamerika und dem Kaukasus soll es gesichtet worden sein.

          Bilder von angeblichen Yeti-Fußabdrücken kursieren immer wieder.

          Aus 27 der 70 zugesandten Gewebeproben konnte Sykes nach eigenen Worten verwertbare DNA gewinnen, die dann mit dem Erbmaterial anderer bekannter Tiere in Datenbanken verglichen wurde. Die beiden Proben aus dem Himalaya, die angeblich vor 40 Jahren in der Kaschmir-Region Ladakh und vor einem Jahrzehnt in Bhutan genommen wurden, hätten schließlich „aufregende und völlig unerwartete Ergebnisse geliefert“.

          Denn ihr genetischer Fingerabdruck sei nicht mit Braunbären oder anderen modernen Bärenarten verwandt, sondern mit dem historischen Eisbär-Urahnen. Den hält zwar auch Sykes für ausgestorben, doch glaubt er, dass sich in den höheren Gebirgsregionen des Himalayas eine Nachfolgespezies herausgebildet haben könnte. Diese könnte auch aus einer Paarung mit Braunbären hervorgegangen sein. „Es könnte eine Art Hybrid sein“, bestätigte Sykes der BBC. „Und sollte sich sein Verhalten von dem anderer Bären unterscheiden, wie Augenzeugen es vom Yeti berichten, dann könnte das die Quelle des Mysteriums sein.“

          Allerdings „gibt es bei der Interpretation der Ergebnisse noch weiteren Arbeitsbedarf“, gestand Sykes ein. Der Yeti wird also - zumindest vorerst - weiter ein Mysterium bleiben.

          Weitere Themen

          Indien muss Talsperre öffnen Video-Seite öffnen

          Regenmassen : Indien muss Talsperre öffnen

          Nach heftigen Regenfällen mussten die Behörden im Norden Indiens die Talsperre an einem Staudamm öffnen. Im nördlichen Bundesstaat Himachal Pradesh wurden die höchsten Niederschläge seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 70 Jahren registriert. Der Monsun hat in diesem Jahr schon mehr als 1000 Todesopfer gefordert.

          Topmeldungen

          Finanzminister Scholz will den Soli zurückschrauben. Aber nicht für Sparer.

          Trotz Reform : Viele Sparer müssen weiter Soli zahlen

          Für die meisten Bundesbürger soll der Solidaritätszuschlag ab 2021 entfallen, sagt Finanzminister Scholz. Was er verschweigt: Für den Großteil der Sparer und Anleger gilt das nicht – und das sind nicht nur Großverdiener.
          Der Zusammenschluss von Car 2 Go und Drive Now ist ganz offensichtlich ein Eingeständnis des Scheiterns.

          Auch Mazda steigt aus : Carsharing fährt gegen die Wand

          Es soll eine Lösung für urbane Mobilität sein: Doch Carsharing rechnet sich nicht. Und nicht nur das: Die Autos kämen oft auch verdreckt oder beschädigt zurück, klagen die Anbieter. Jetzt gibt auch Mazda auf.

          Klimaaktivistin in Amerika : „Greta ist das Böse“

          Greta Thunberg wird in den Vereinigten Staaten nicht nur von begeisterten Aktivisten empfangen. Auch die Lobbyisten aus dem Lager der Klimawandel-Leugner laufen sich schon warm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.