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Musik : Bee Gee Maurice Gibb ist tot

  • Aktualisiert am

Maurice Gibb, 1949 - 2003 Bild: AP

Gibb erlitt vor seinem Tod einen Herzanfall und lag seit Tagen in kritischem Zustand auf der Intensivstation.

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          Maurice Gibb, Mitglied der Bee Gees und Kultfigur der Disko-Pop-Generation der 70er Jahre, ist tot. Der Musiker starb 53-jährig an den Folgen eines Herzinfarkts, wie seine Familie am Sonntag in London mitteilte. Im Krankenhaus waren seine Frau Yvonne, mit der er mehr als 20 Jahre verheiratet war, und seine beiden Kinder ebenso bei ihm wie sein Zwillingsbruder Robin und sein älterer Bruder Barry, die beiden anderen Bee Gees. „Wir werden ihn alle sehr vermissen“, teilte die Familie in einer Stellungnahme mit. Gibb hatte einen Herzanfall erlitten und lag seit Tagen in kritischem Zustand auf der Intensivstation des Mount Sinai Medical Center in Miami im US-Bundesstaat Florida.

          Der Bassist und Sänger der legendären britisch-australischen Band, die mit Titeln wie „1941 New York Mining Disaster“, „Words“ oder „Stayin' Alive“ Welterfolge feierte, war am Mittwoch in die Notaufnahme gebracht worden. Er hatte zuvor in seiner Villa in Miami Beach über schwere Magenbeschwerden geklagt. „Es kam aus heiterem Himmel", hatte seine Managerin Carol Peters erklärt. Bevor die Ärzte eine Notoperation wegen eines vermuteten Darmverschlusses begannen, erlitt Gibb nach Angaben des Krankenhauses einen Herzstillstand und musste reanimiert werden. Vor seinem Tod war sein Zustand als stabil eingestuft worden. Der Musiker soll in letzter Zeit gesundheitlich angeschlagen gewesen sein, in Medienberichten war von Alkoholproblemen die Rede. Die Arbeit an einem neuen Bee-Gees-Album hatte er verschieben müssen.

          Genesungswünsche von Fans vor Gibbs Tod

          Vor der Klinik versammelten sich in den vergangenen Tagen Fans. Sie brachten Blumen und Genesungswünsche. Doch der Zustand des Musikers blieb ernst. Wie die BBC berichtete, erlangte er noch einmal kurz das Bewusstsein und erkannte mehrere Angehörige. Sein Bruder Robin war erst eine Stunde vor dem Tod des Bruders aus London eingetroffen.

          Die Familie ließ von einer Sprecherin der Mount Sinai Klinik in Miami einen Text vorlesen, der folgendermaßen lautete: „Mit großer Trauer geben wir dem größeren Familienkreis, Freunden und Fans hiermit bekannt, dass Maurice Gibb heute Morgen von uns gegangen ist. Seine Liebe, seine Begeisterungsfähigkeit und sein Lebenswille bleiben eine Inspiration für uns alle. Wir werden ihn alle sehr vermissen. Für ihr Verständnis und ihre Anteilnahme während dieser schwierigen Zeit möchten wir uns bei den Medien und der Polizei von Miami Beach bedanken.“

          Die "Brothers Gibb" auf Erfolgskurs

          Maurice Gibb gehörte zusammen mit seinen Brüdern - der Name Bee Gees leitet sich aus der Abkürzung von Brothers Gibb ab - in den 60er und 70er Jahren zu den größten Popstars der Welt. Maurice spielte in der Band, die zu den erfolgreichsten Popgruppen aller Zeiten zählt, Bass und Keyboard. Der mit tanzbaren Beats unterlegte Chorgesang in Falsettlage machte die Gruppe unverwechselbar. Einer der Höhepunkte der wechselvollen Karriere war der Soundtrack zum Film „Saturday Night Fever“ mit John Travolta. Maurice Gibb, der im Gegensatz zu seinen Brüdern meist nur im Back-Up und Refrain sang, hatte in früheren Jahren schwere Alkoholprobleme. Sein jüngster Bruder Andy - er war nicht Mitglied der Bee Gees - war 1988 im Alter von 30 Jahren nach Drogen- und Alkoholmissbrauch gestorben.

          Die Brüder, die auf der Isle of Man geboren wurden, hatten ihre musikalische Karriere in Australien begonnen, wohin sie mit ihren Eltern 1958 ausgewandert waren. Ihr erster Hit „The Battle of the Blue and Grey“ 1963 brachte den Jungmusikern einen Auftritt im australischen Fernsehen ein. Mit ihrem ersten Nummer-eins-Hit „Spicks And Specks“ vom Album "Massachussetts" 1966 finanzierte die Teenager-Band die Rückkehr nach England. Mit dem Schmuse-Evergreen schafften sie auch den Durchbruch in den USA.

          Saturday Night Fever mit Bee-Gee-Musik

          Im Jahr darauf gelang ihnen mit „Words“ ein weiterer Charts-Erfolg. In den 70er-Jahren etablierten sie sich mit Dutzenden von Ohrwürmern als Super-Stars, die Teenie-Idole heimsten alle wichtigen Preise der Branche ein. Der zunächst unbekannte Jungschauspieler John Travolta tanzte sich 1977 zu Bee Gees-Melodien zum Film-Idol. Nach einer langen musikalischen Flaute gingen sie in den 80er Jahren für einige Zeit nach Florida und spielten Disco-Hits.

          Ihren letzten großen Verkaufserfolg hatte die Gruppe Ende der 80er Jahre mit dem Album „One“ und dem Hit „You Win Again“. Ihr letztes Album „This Is Where I Come In“ erschien im vorvergangenen Jahr. Weitere Nummer-eins-Hits fuhren die Gibb-Brüder in den letzten Jahren als Produzenten und Songschreiber für Stars wie Diana Ross, Dolly Parton, Celine Dion und Destiny's Child ein. Die Bee Gees gehören mit den Beatles, Paul McCartney, Elvis Presley und Michael Jackson zu den fünf meistverkauften Pop-Acts aller Zeiten.

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