https://www.faz.net/-gum-88i8z

Gerichtsurteil in München : Marlboro darf weiter mit Maybe-Kampagne werben

  • Aktualisiert am

Seit 1954 die Werbefigur der Zigarettenmarke: Der qualmende Marlboro-Mann. Bild: dpa

Animiert der Werbeslogan „Don’t be a Maybe“ der Zigarettenmarke Marlboro Heranwachsende zum Rauchen? Ja, befand das Münchner Landratsamt und verbot die Kampagne. Das Münchner Verwaltungsgericht sieht die Sache anders.

          1 Min.

          Der Tabakkonzern Philipp Morris darf weiter mit der sogenannten Maybe-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro werben. Das Verwaltungsgericht München hob den Verbotsbescheid des Landratsamtes München am Donnerstag auf. Die schriftliche Begründung stand zunächst noch aus. In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter am Vortag aber bereits gesagt, die Kammer könne allein in der Wortkombination aus „Be“ (deutsch: „Sei“) und „Maybe“ („vielleicht“) keine „besondere Ansprache der Jugend erkennen“ - und nur dann hätte die Kampagne dauerhaft verboten werden können.

          Philipp Morris hatte Marlboro seit Ende 2011 mit der Maybe-Kampagne auf Plakaten, Flyern, Videos und im Kino beworben. Texte wie „Don’t be a Maybe“ (frei übersetzt: „Sei nicht unentschieden“) oder einfach „Maybe“ mit durchgestrichenem „May“ - was im Englischen die Aufforderung „Sei“ stehenlässt - waren illustriert mit Rauchern. Das Landratsamt verbot mit Bescheid vom Oktober 2013 diese Werbung, weil sie besonders geeignet sei, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen.

          Junge Menschen seien unsicher und müssten sich noch finden, und dann komme „so ein Spruch“, begründete ein Behördenvertreter in der mündlichen Verhandlung das Verbot. Das reiche auch ohne schmückende Fotos aus, um „den Jugendlichen da abzuholen, wo er abgeholt werden will“. Diese Befürchtung teilte die Kammer nicht und ließ die Kampagne in ihrer bisherigen Form zu - am Vortag hatte der Richter noch angedeutet, dass vielleicht nur das Wortspiel genehmigt werden könnte, nicht aber die illustrierenden Bilder. Ein Freibrief ist die Entscheidung aber nicht. Der Richter warnte nämlich, dass jedes neue Motiv mit der Wortkombination einer Einzelbetrachtung unterliege.

          Weitere Themen

          Das Coronavirus breitet sich aus Video-Seite öffnen

          Videografik : Das Coronavirus breitet sich aus

          In China breitet sich das neuartige Coronavirus immer weiter aus. Die Epidemie kommt zu einem Zeitpunkt, da hunderte Millionen Chinesen zu den Neujahrsfeiern auf Reisen sind. Mehrere Maßnahmen sollen die Ausbreitung der Epidemie stoppen.

          Topmeldungen

          Meghan und Harry : Weiß, englisch, konservativ

          Im Drama um Meghan und Harry steckt auch ein eigener politischer Kern: Die Menschen spüren, wie wichtig das Königshaus in bewegten Zeiten ist. Harrys Abschied hat eine andere Frage aufgeworfen.

          Angst um Kakaoernte : Schokolade wird teurer

          Sorgen um eine schlechte Ernte treiben den Kakaopreis an den Märkten. Zudem soll ein Preisaufschlag armen Kakao-Bauern helfen. Verbraucher müssen daher wohl mehr für die tägliche Tafel zahlen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.