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Müllsünder : Selbst beim Müll lässt Singapur Strenge walten

  • Aktualisiert am
          1 Min.

          Was in Deutschland neu ist, hat der Stadtstaat Singapur schon längst erfolgreich durchgesetzt. Wer dort Müll achtlos wegschmeißt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Selbst ein weggeworfenes Streichholz wird schnell zur teuren Nachlässigkeit - und im Vergleich dazu nehmen sich die in Frankfurt am Main geplanten Bußgelder fast bescheiden aus.

          Wer auf der asiatischen Tropeninsel erstmals beim Wegwerfen von Unrat ertappt wird, kommt für kleinere Abfälle noch mit einer Strafe von 150 Singapur-Dollar (94 Euro) davon. Getränkedosen oder Zeitungen schlagen gleich mit bis zu 1.000 Dollar zu Buche, und unverbesserlichen Schmutzfinken drohen bis zu 5.000 Singapur-Dollar Strafe. Wahlweise oder zugleich können die Behörden auch einen Arbeitseinsatz von bis zu zwölf Stunden verhängen. Dann müssen die Unbelehrbaren meistens Müll auf öffentlichen Straßen und Plätzen einsammeln.

          Sauberste Stadt Asiens

          Dem Augenschein nach trägt die Politik Früchte: Singapur gilt als sauberste Stadt Asiens, Abfall auf Gehwegen und Straßen ist eine Seltenheit. Auch in den Außenbezirken fordern im Abstand von einigen hundert Metern aufgestellte, grüne Tonnen die Einwohner auf, ihre Zigarettenkippe dorthin und nicht auf die Straße zu werfen. Die strikten Regeln sind im tropischen Klima besonders sinnvoll: Bei Temperaturen um 30 Grad verrottet Müll schnell und zieht Ungeziefer an.

          Doch sind Singapurs Bürger offenkundig nicht restlos überzeugt von der Wirkung harscher Strafen. In einer Umfrage der Regierung sagten fast zwei Drittel, achtlos weggeworfener Abfall sei nach wie vor ein Problem im Stadtstaat. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der ertappten Müll-Sünder stetig gestiegen: 2001 waren es fast 6100, bei einer Einwohnerzahl von knapp vier Millionen Menschen.

          Lieber arbeiten als zahlen

          Schon erwägen die Offiziellen, den Strafkatalog zu ändern. Unter den in der Umfrage angebotenen Möglichkeiten befürworteten die meisten, dass Arbeitseinsätze an drei Tagen nacheinander geleistet werden müssen, statt wie bisher nicht länger als drei Stunden am Tag. Auf Platz zwei kam der Vorschlag, dass Schmutzfinken ein Jahr lang jeden Sonntag in einer kommunalen Organisation Dienst schieben müssen. Abgeschlagen auf Rang drei landete derweil die Idee, das erstmalige Bußgeld auf einen kompletten Monatslohn zu erhöhen.

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