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Tatverdächtige von Kusel : Warum Wilderei in Deutschland kein Kavaliersdelikt ist

  • -Aktualisiert am

Auch ein Jäger, der jenseits der Grenze des eigenen Reviers ein Wildtier erlegt, macht sich der Wilderei schuldig. (Symbolbild) Bild: dpa

Den Morden in Kusel könnte ein schwerer Fall von Wilderei vorausgegangen sein. Das Wildern mit Schusswaffe ist in Deutschland eine Straftat, doch nur knapp ein Drittel der bekannten Fälle wird aufgeklärt.

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          Wilderei ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Wer in Gemeinschaft dem Wild mit mehreren Schusswaffen nachstellt, wer in der Nacht oder gar gewerbsmäßig Hirsche und Rehe erlegt, der kann nach Paragraph 292 des Strafgesetzbuchs mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Ein solch besonders schwerer Fall der Wilderei kommt nach den bisher bekannten Umständen, die den Morden von Kusel vorausgingen, durchaus in Betracht.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Das Wildern mit der Schusswaffe in der Flur oder im Wald ist im dicht bevölkerten Deutschland ein seltenes Delikt. Für die polizeiliche Statistik liegt Wilderei auch schon dann vor, wenn ein Autofahrer nach einem Wildunfall ohne lange nachzudenken den getöteten Hasen vom Straßenrand in den Kofferraum packt. Auch ein Jäger, der jenseits der Grenze des eigenen Reviers ein Wildtier erlegt, macht sich der Wilderei schuldig.

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