https://www.faz.net/-gum-74ja4

Mord am Alexanderplatz : Vierter mutmaßlicher Schläger stellt sich

  • Aktualisiert am

Kerzen und Blumen am Tatort für den getöteten Jonny K. Bild: dapd

Sind bald alle Schläger vom Alexanderplatz gefasst? Ein vierter Tatverdächtiger hat sich gestellt. Nun fehlen noch zwei – die sitzen aber für deutsche Behörden außer Reichweite im Ausland.

          1 Min.

          Nach der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz hat sich ein vierter Verdächtiger gestellt. Der 21 Jahre alte Mann war am Donnerstagvormittag mit seinem Verteidiger bei der Mordkommission erschienen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Mann wurde vernommen. Am Nachmittag sollte ihm ein Ermittlungsrichter den Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge verkünden, hieß es. Der Einundzwanzigjährige steht im Verdacht, Mitte Oktober gemeinsam mit anderen Männern den 20 Jahre alten Jonny K. zu Tode geprügelt zu haben.

          Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) begrüßte die Nachricht. „Der Fahndungsdruck war wohl zu hoch“, sagte er im Abgeordnetenhaus. Die deutschen Strafverfolgungsbehörden und die türkische Botschaft kümmerten sich nun um die Frage, wie die Auslieferung des Hauptverdächtigen über die Bühne laufen könne. Der 19 Jahre alte Mann hatte sich nach dem brutalen Angriff in die Türkei abgesetzt.

          Hunderte Menschen kamen zur Trauerfeier für Jonny K. Bilderstrecke
          Hunderte Menschen kamen zur Trauerfeier für Jonny K. :

          Indes muss einer von drei schon gefassten Beschuldigten in Untersuchungshaft bleiben. Der 19 Jahre alte Mann hatte dagegen Beschwerde eingelegt, die am Donnerstag vom Landgericht verworfen wurde. Ein weiterer 21 Jahre alter Mann sitzt ebenfalls in U-Haft, ein anderer blieb vorerst auf freiem Fuß. Neben dem neunzehnjährigen Hauptverdächtigen ist noch ein weiterer Gesuchter flüchtig. Auch er soll sich im Ausland aufhalten. Über seinen Anwalt ließ er laut Medienberichten mitteilen, er komme nur, wenn er von der Untersuchungshaft verschont werde.

          Jonny K. war am frühen Morgen des 14. Oktober von sechs jungen Männern so brutal zusammengeschlagen worden, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb. Der Fall sorgte weit über Berlins Grenzen hinaus für Entsetzen und entfachte eine Gewalt-Debatte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die menschenleere Innenstadt von Hannover Anfang April: Die Ausgangssperre ist auch ein deutliche Zeichen an die Leichtsinnigen und Gleichgültigen.

          Bundes-Notbremse : Leichtsinnige, Verbohrte, Gleichgültige

          Es liegt nicht am „Versagen“ von Bund, Ländern und Kommunen, dass die Notbremse überfällig ist. Es liegt an widersprüchlichen Interessen, deren Gegensätze größer, nicht kleiner werden.
          Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet

          K-Frage der Union : Führende CDU-Politiker werben für Laschet

          Besonders deutlich stellt sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hinter den CDU-Vorsitzenden. Inzwischen ist in der Partei allerdings zu hören, es werde „eng“ für Laschet. Eine Entscheidung am Samstag wird für möglich gehalten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.