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Monsun : Schlimmste Flut der jüngeren Geschichte

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Changchari in Assam: Naß ist es überall, doch Trinkwasser ist knapp Bild: dpa/dpaweb

Alljährlich überzieht der Monsun Indien und Bangladesh mit heftigen Regenfällen. Do so schlimm wie in diesem Jahr ist es selten. Bereits 120 Menschen kamen ums Leben, Tausende sind auf der Flucht.

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          Die Hochwasserkatastrophe nach außergewöhnlich schweren Monsunregenfällen in Teilen Indiens und Bangladeschs hat mindestens 13 weitere Todesopfer gefordert. Die Regierung des nordostindischen Bundesstaats Assam sprach von der schlimmsten Flut in der jüngeren Geschichte. Die Zahl der Toten in Indien und Bangladesch seit Beginn des Monsuns im Juni stieg auf mehr als 120.

          Auch am Dienstag waren Millionen Menschen von der Außenwelt
          abgeschnitten oder auf der Flucht vor den Fluten. In Westindien, wo
          der Monsun diesmal ausblieb, wurden dagegen Warnungen vor einer Dürre laut.

          Assam fast vollkommen überflutet

          Die Zahl der Toten im Nordosten Indiens stieg nach Medienberichten auf mindestens 65. In dem inzwischen beinahe vollständig überfluteten Bundesstaat Assam wurden drei Menschen fortgespült. Weitere fünf ertranken, als wegen starker Strömungen das Boot kenterte, mit dem sie aus der Gefahrenzone fliehen wollten. Im nahen Bundesstaat Bihar starben mindestens zwei Menschen. Dort sind wegen überspülter Schienen tausende Zugpassagiere eingeschlossen.

          Selbst Enten suchen bei dem Monsun ein trockenes Plätzchen - gesehen in einem Vorort von Guwahati, Hauptstadt von Assam

          In Bangladesch sind inzwischen mehrere Millionen Menschen in provisorische Zufluchtsstätten geströmt. Hier stieg die Zahl der Toten nach drei weiteren Flutopfern auf 56. Nach dem Bruch eines Dammes am Fluß Brahmaputra, einem der größten des bitterarmen Landes, wurden mehrere Dörfer fortgespült. In Nepal starben seit Beginn des Monsuns bislang mindestens 45 Menschen bei Überschwemmungen oder Erdrutschen.

          Das Hochwasserdrama wiederholt sich zur Monsun-Zeit besonders im Flachland-Delta Bangladeschs und im benachbarten Nordosten Indiens jedes Jahr. Dämme bersten, Flüsse treten über die Ufer und riesige Gegenden werden überschwemmt. Jedes Jahr sterben Hunderte in den Fluten, die in den extrem armen Regionen horrende Schäden anrichten. Genaue Zahlen über Opfer und Schäden liegen so gut wie nie vor.

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