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Mondfinsternis : Guter Mond, du stehst so rot

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Bei jeder Mondfinsternis schimmert der Mond in einem anderen rot, schwärmen Sterngucker. Wer das Schauspiel sehen möchte, muss in der Nacht zu Donnerstag früh aufstehen. Um vier Uhr in der Früh tritt der Mond in den Schatten der Erde ein.

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          Das Ereignis spornt sogar die sonst nüchternen Gemüter der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa zu poetischen Höchstleistungen an: „Die dreidimensionale Realität unseres Universums tritt als ein Ballett von himmlischer Anmut hervor, sobald der Mond durch den Erdschatten tänzelt.“

          Für die Zeilen von ungeahnter Empfindsamkeit dürften die Raumfahrtfunktionäre ausreichend Zeit und Energie gehabt haben. Schließlich beansprucht eine totale Mondfinsternis die weiteren intellektuellen Kapazitäten der Nasa-Mitarbeiter nicht allzu stark: Aus wissenschaftlicher Sicht sei eine Mondfinsternis von geringem Interesse, lässt die Behörde verlauten.

          „Enjoy the show!“

          Über das poetische Talent kann ein internationales Publikum in Mittel- und Westeuropa, Nordwestafrika, Südamerika und in großen Teilen Nordamerikas urteilen. Dort überall wird die Mondfinsternis, sofern das Wetter es zulässt, am Donnerstag früh morgens zu beobachten sein (Einzelheiten zum Ablauf im Kasten unten). Der Mond verwandelt sich in eine kupferrote Scheibe - wie zuletzt am 28. August 2007 und das nächste Mal erst wieder am 21. Dezember 2010. Die Nasa, an Hollywood und Broadway geschult, teilt dazu mit: „Enjoy the show.“

          Mond im Erdschatten: Restlicht der Sonne wird von der Erde auf den Mond gelenkt
          Mond im Erdschatten: Restlicht der Sonne wird von der Erde auf den Mond gelenkt : Bild: dpa

          Ablauf der Finsternis

          Von 2.43 Uhr am frühen Donnerstagmorgen an wandert der Mond langsam in den Kernschatten der Erde. Zwischen 4.00 Uhr und 4.51 Uhr taucht der Mond vollständig in den Erdschatten ein. Dabei erscheint er als rötliche Kugel. Die Beobachtungsbedingungen werden laut Deutschem Wetterdienst vielerorts nicht optimal sein, da es in der Nacht zum Donnerstag vielfach bewölkt sein wird. Die nächste Mondfinsternis wird am 21. Dezember 2010 über Deutschland zu sehen sein.

          Zeiten für Beobachter

          Eintritt in den Halbschatten: 1:35 Uhr (Mond erscheint gräulich)
          Eintritt in den Kernschatten: 2:43 Uhr (Mond wird dunkel)
          Beginn der totalen Verfinsterung: 4:00 Uhr (Mond erscheint rötlich)
          Mitte der totalen Verfinsterung: 4:26 Uhr (Mond erscheint rötlich/orange)
          Ende der totalen Verfinsterung: 4:51 Uhr
          Austritt aus dem Kernschatten: 6:09 Uhr (um 5:33 Uhr beginnt die Dämmerung)
          (Quelle: Vereinigung der Sternfreunde)

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