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Mondfinsternis : Dunkel war's, der Mond schien rötlich

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Kupfermond über Kopenhagen: Die Dänen konnten es sehen Bild: AP

Schön war sie, die längste Mondfinsternis des Jahrzehnts über Deutschland. Leider hat kaum jemand etwas gesehen. Der Wettergott hatte kein Mitleid mit den Sternguckern.

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          Zwei gut sichtbare Mondfinsternisse in einem Jahr. Was in vielen Ländern der Welt die Hobbyastronomen in große Vorfreude versetzt, erzeugt unter den Sternenguckern in Deutschland vor allem banges Hoffen: reißt die Wolkendecke wenigstens für ein paar Stunden auf?

          Sie tat es nicht - wie auch bei der Finsternis im Mai kaum. Wer in der vergangenen Nacht zwischen 4.23 Uhr und 5.45 Uhr einen Blick auf den schaurig-schönen kupferfarbenen Mond werfen wollte, konnte sich gleich wieder in die Federn legen. Fast überall dichte Wolken und nicht selten Regen. Zu dieser Zeit stand der Erdtrabant vollkommen im Schatten unseres Planeten und das von der Erdatmosphäre abgelenkte restliche Sonnenlicht tauchte den Mond in den für eine solche Finsternis charakteristischen Rotton. Insgesamt zog sich das Schauspiel vom ersten Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde bis hin zu seinem völligen Austritt sogar über fast vier Stunden hin. Doch selbst während dieser längsten Mondfinsternis des Jahrzehnts schaffte es die Wolkendecke nicht, wenigstens zeitweise aufzureißen.

          Magie des Moments

          Das beste aus dem verhinderten Schauspiel machten noch diejenigen, die sich nicht ausschließlich auf die Gnade des Wettergottes verließen, sondern versuchten, die Magie des Moments zu nutzen - wie beispielsweise die Krimifreunde in der Mainzer Sternwarte. Dort gab es zum Zeitpunkt der totalen Verfinsterung eine luneare Lesung für Krimi- und Mondbegeisterte mit Geschichten um dunkle Machenschaften und liebestrunkener Poesie. Da war der Mond schnell vergessen.

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          Mondfinsternis : Dunkel war's, der Mond schien rötlich

          In der Sternwarte Bochum hatten die Astronomen versucht, mit einem zugeschalteten Teleskop an der Nordseeküste eine zweite Chance auf einen freien Blick auf den Kupfermond zu eröffnen, doch auch das scheiterte. „Der Mond verschwand erst in Wolken und dann im Erdschatten“, faßte der Direktor der Sternwarte, Thilo Elsner, die Enttäuschung zusammen. Lediglich um Chemnitz und nahe Bad Tölz soll es kleinere Wolkenlücken gegeben haben, die den Blick gen Himmel freigaben.

          Klare Sicht auf Gran Canaria

          Besonders enttäuschend für die Hobbyastronomen: Die nächste Gelegenheit, eine Mondfinsternis vor der Haustüre zu beobachten, wird nun auf sich warten lassen. Das himmlische Räderwerk will es, daß erst am 3. März 2007 die Konstellation von Mond, Erde und Sonne wieder so ist, daß ein kupferfarbener Mond über Deutschland steht. Doch Sternenfreunde sind geduldig - und kennen zudem die Orte auf der Welt, die fast immer einen sternenklaren Himmel garantieren. „Die einzigen klaren Bilder haben wir aus Gran Canaria zugesandt bekommen“, berichtet Sternwarten-Direktor Elsner. Warum also nicht den Uraub mit Blick auf die anstehenden Himmelsereignisse planen?

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