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Modeunternehmerin : Carla Fendi gestorben

Die italienische Modeschöpferin Carla Fendi (Archivaufnahme von 2007) ist verstorben. Bild: dpa

Mit ihren Schwestern erbte sie in den Sechzigern das elterliche Geschäft für Pelze, schrieb in den folgenden Jahrzehnten Modegeschichte. Nun ist Carla Fendi mit knapp 80 Jahren gestorben.

          In Rom wurde Carla Fendi in den vergangenen Jahrzehnten eher als Teil der Gesellschaft denn als Modeunternehmerin wahrgenommen. Dennoch hat sie – gemeinsam mit ihren vier Schwestern – Modegeschichte geschrieben. Paola, Anna, Franca, Carla und Alda Fendi übernahmen in den Sechzigern das elterliche Geschäft für Pelze und Pelzmäntel. Carla, die vierte der fünf Schwestern, galt als das größte unternehmerische Talent.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          1965 lud sie den jungen deutschen Modedesigner Karl Lagerfeld ein, den Pelzmänteln, traditionellen Prestigeobjekten des gehobenen Bürgertums, einen neuen Stil zu geben. Lagerfeld präsentierte eine Kollektion mit leichter, modischer und tragbarer Pelzbekleidung. 1977 lancierte er zudem eine Bekleidungslinie, und der Name Fendi wurde neben Valentino eine der wenigen großen Modemarken aus Rom.

          Zuletzt widmete sich Carla Fendi Kulturprojekten

          Daher griff 2001 der französische Unternehmer Bernard Arnault zu, der LVHM zu einem umfassenden Luxuskonzern entwickelte. Bis 2005 hatte Arnault schließlich 84 Prozent an Fendi erworben, mit Carla Fendi als der einzigen größeren Minderheitsaktionärin aus der Gründerfamilie.

          Zuletzt widmete sich Carla Fendi Kulturprojekten wie dem „Festival dei 2Mondi“ in Spoleto. Das Modehaus zeigte zudem die Verbundenheit mit Rom, indem man die Renovierungskosten von 2,5 Millionen Euro für den Trevibrunnen übernahm, eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt.

          Am Montag ist Carla Fendi im Alter von 79 Jahren in Rom verstorben.

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