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Modefrage II : Warum kleiden wir uns modisch?

  • Aktualisiert am

Auffallen statt Anpassen - das ist das Motto von Anna Piaggi Bild: Associated Press

Warum kleiden wir uns eigentlich modisch? Welche Gründe gibt es für die Entstehung von Mode - und kann man sich der Mode auch entziehen?

          Es gibt verschiedene Theorien dazu, warum Mode überhaupt entstanden ist. Da wäre zunächst der Geltungstrieb: Der Philosoph Thorstein Veblen stellte diese Theorie auf, die besagt, dass der Mensch sich durch individuelle Kleidung von anderen abheben will. Das genaue Gegenteil zu dieser Meinung vertrat der Soziologe Gabriel Tarde. Nach seiner Ansicht ist der Nachahmungstrieb für das Entstehen von Kleidung verantwortlich, da der Mensch sich dadurch anpasst und das Tragen der neusten Mode zur Sozialisation beiträgt.

          Georg Simmel, der Autor des Buches „Die Mode“, war der Meinung, dass sowohl Geltungs- als auch Nachahmungstrieb zusammenspielen müssen, denn wo eines fehlt, kann keine Mode stattfinden. Dieses Phänomen nennt man in der Modetheorie im Übrigen auch „Anthropologischer Dualismus“. Hört sich ziemlich kompliziert an, bedeutet aber nur, dass sich der Mensch durch das Tragen von Kleidung je nach Kontext einerseits abhebt und andererseits anpasst.

          Man kann sich der Mode nicht entziehen

          John C. Fluegel benannte den Sexualtrieb als wichtigstes Motiv zur Entstehung von Kleidung. Er untersuchte in seinem Werk „Psychologie der Kleidung“ die erotische Signalwirkung der Mode. Und zuletzt wären da noch die Theorien des Philosophen Friedrich T. Vischer und des Soziologen der Kölner Schule René König, die die Neugier und die Neophilie, also den Reiz des Neuen als wichtigste Antriebskraft für die Entstehung der Mode bezeichneten.

          Schon Immanuel Kant war der Meinung, dass sich niemand der Mode entziehen kann: „Besser ist es aber doch immer, ein Narr in der Mode als ein Narr außer der Mode zu sein.“ Der Narr außer der Mode wäre sozusagen ein Modeasket, der sich als trendimmun bezeichnet und behauptet, keine Trends mitzumachen. Ihn bezeichnet Kant als Sonderling - und das will wahrscheinlich selbst der Mode-Desinteressierteste nicht sein.

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