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Milzbrand : Regierung bietet amerikanischen Zivilisten Impfung an

  • Aktualisiert am

In den USA wird weiter gegen Milzbrand geimpft Bild: dpa

Noch gibt es keine offiziell zugelassene Impfung gegen Milzbrand. Doch "Tests" an amerikanischen Soldaten blieben ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

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          Die US-Gesundheitsbehörden haben tausenden Kongressangestellten und Postmitarbeitern Impfungen gegen Milzbrand angeboten. Gesundheitsminister Tommy Thompson kündigte in Washington an, das Angebot der vorbeugenden Behandlung gelte nur für jene Personen, die schon seit zwei Monate Antibiotika einnähmen. Sie hätten nun die Wahl, weitere 40 Tage lang Antibiotika zu nehmen oder sich mit dem offiziell noch nicht zugelassenen Impfstoff behandeln zu lassen.

          Hintergrund sind Tierstudien, wonach in manchen Fällen Milzbrand-Sporen die übliche 60-tägige Antibiotika-Behandlung überstehen können. Bei einem Prozent der Tiere konnten Sporen in der Lunge noch nach 75 Tagen nachgewiesen werden, ein Versuchstier starb drei Monate nach der Infektion.

          Bereits Soldaten geimpft

          Nach den ersten tödlichen Anschlägen mit Anthrax-Pulver wurde die Schutzimpfung als Vorbeugemaßnahmen an Soldaten gegeben. Nach Informationen erhielten bisher mehr als 500.000 US-Soldaten die Impfung, ohne dass gravierende Nebenwirkungen bekannt geworden seien. Allerdings hätten sich einige Soldaten trotzdem geweigert, sich impfen zu lassen, da sie Nebenwirkungen befürchteten.

          Hunderte gefährdete Personen haben die Einnahme von Antibiotika schon vor Ablauf der 60 Tage beendet. Seit Bekanntwerden des ersten Falls Anfang Oktober sind fünf Menschen an Milzbrand gestorben. Bisher sind in den USA 18 Fälle von Milzbrand bestätigt worden, sieben Erkrankungen an Haut-Milzbrand und elf an dem gefährlicheren Lungen-Milzbrand. Seit dem 21. November ist keine neue Erkrankung mehr bekannt geworden.

          Der oder die Täter hatten mehrere Briefe mit den tödlichen Erregern verschickt, darunter an die Senatoren Tom Daschle und Patrick Leahy sowie Medienvertreter in New York. Die Sporen verbreiteten sich im Kongress sowie über zahlreiche Poststellen in Washington, New York und New Jersey. In Washington ist ein Kongress-Gebäude noch immer geschlossen, da alle Versuche bisher gescheitert sind, die Sporen mit einer großflächigen Begasung zu vernichten.

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