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Milzbrand : Hände waschen und Polizei benachrichtigen: Verhaltenshinweise bei Milzbrandkontakt

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Finger weg, die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und schnellstens die Polizei alarmieren - das raten Experten für den Fall, dass verdächtige Briefe oder Päckchen auftauchen. Nach Kontakt mit Milzbrandsporen kann eine Behandlung mit Antibiotika vor der Erkrankung schützen. Informationen über die Infektionskrankheit hat das Robert-Koch-Institut auf seine Webseite gestellt.

          Dort beantworten die Experten auch die häufigsten Fragen, mit denen sich Rat Suchende an die telefonische Hotline des Instituts wenden. Für den Fall der Fälle gibt zum Beispiel auch das baden-württembergische Innenministerium Verhaltenshinweise: Kommt eine merkwürdige Postsendung an, falsch frankiert vielleicht, ohne Absender oder von einem Unbekannten, sollte man sie tunlichst nicht öffnen, nicht schütteln und schon gar nicht ausleeren. Der Umschlag sollte in eine Plastiktüte oder ein anderes Behältnis gesteckt beziehungsweise mit einer Decke, mit Papier oder mit einem leeren Abfalleimer abgedeckt werden.

          Ausgetretenes Pulver nicht aufwischen

          Auch wenn schon Pulver oder Puder ausgetreten ist, raten die Experten, es nicht aufzuwischen, sondern vorsichtig abzudecken. Dann raus aus dem Zimmer, abschließen, gründlich Hände waschen und Polizei oder Feuerwehr alarmieren. Die
          informieren dann die zuständige Gesundheitsbehörde und veranlassen weitere Schritte. Das RKI bittet dringend darum, unter keinen Umständen verdächtige Objekte selbstständig zu Laboruntersuchungen zu schicken. Die Einsatzkräfte, die damit umgehen müssen, schützen sich mit so genannten HEPA-Feinstaubmasken (FFP3), die winzigste Partikel aus der Atemluft filtern können.

          Antibiotika können helfen

          Wenn man mit Milzbrandsporen in Kontakt gekommen ist, können Antibiotika vor einer Erkrankung schützen. Eine prophylaktische Behandlung ist dem Institut zufolge nur unter ärztlicher Kontrolle und nur dann angebracht, wenn es konkrete Anhaltspunkte für einen Kontakt mit dem Erreger gibt. Zur Vorbeugung werden ebenso wie zur Behandlung der Infektion Antibiotika wie Ciprofloxazin, Doxycyclin oder Amoxicillin verwendet. Das Medikament Ciprobay des Bayer-Konzerns, das durch die Anthrax-Fälle in den USA bekannt wurde, ist jetzt auch in Deutschland als Mittel gegen Milzbrand zugelassen worden.

          Impfstoffe in Deutschland nicht zugelassen

          Sich vorsorglich Antibiotika zu besorgen, hält das RKI nicht für nötig: Es handele sich um gebräuchliche, verschreibungspflichtige Mittel, die im Bedarfsfall in ausreichender Menge zur Verfügung stünden. Eine Impfung gegen Milzbrand ist möglich, in Deutschland aber nicht empfohlen. Die Impfstoffe sind hier zu Lande weder zugelassen noch kurzfristig verfügbar.

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